Juni 2009 Archive

Vertrauen

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Frage: Welchen Branchen vertrauen die Kunden am meisten? Ich hätte es wissen können:

  • 31,2 % vertrauen Fluglininen. Riskant - je nachdem...
  • 31,4 % vertrauen Körperpflegenprodukten. Kann man das?
  • 34,6 % vertrauen Computerherstellern. Warum ist unklar.
  • 37,8 % vertrauen Lebensmitteldiscountern. Ich habe nie etwas anderes gemacht.
  • 39,5 % vertrauen Brauereien. Wusste ich es doch...

Quelle: Munsiol Munzinger Sasserath

Testimonials

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"41 % sagen, dass ihnen Werbe- und Marketingmassnahmen mit Prominenten als Werbeträger mehr auffallen, als Kampagnen ohne ein bekanntes Werbegesicht. Aber: Die Überzeugungskraft prominenter Testimonials sinkt: Nur noch 15 % halten Promi-Werbung für glaubwürdig." Quelle: IMAS International

Testimonial kommt von"Testimonium" und das bedeutet Zeugnis, Zeugenaussage, Beweis. Es bezeichnet die konkrete Fürsprache für ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Institution durch Personen, die sich als überzeugte Nutzer ausgeben.

Testimonials sind bereits überzeugte Käufer, Schauspieler oder eben Prominente, deren Beliebt- und Bekanntheit genutzt wird. Sie alle sollen Vertrauen bilden. Dabei ist die Glaubwürdigkeit beim Testimonial wichtiger, als die Bewerbung konkreter Merkmale oder Leistungen

Und genau da schließt sich der Kreis: Glauben wir wirklich, dass sich Heidi Klum zu Hause Fruchtgummis zwischen die Zehen steckt? Oder dass Dieter Bohlen tatsächlich Bahn fährt? So ist es eben - vermutlich - nicht.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man uns mit der Testimonial-Werbung eigentlich nur unterhalten kann und vom - hoffentlich positiven Image - des Promis profitieren will. Wenn dann die Stories der Spots und Anzeigen noch ein wenig zulegen, dann wird das vielleicht sogar gelingen. 

Übrigens: Testimonials mit Prominenten werden auch als"Celebrimonial" bezeichnet (Wortmischung mit dem englischen"celebrity" = Berühmtheit).

Aufgeschrieben?

"The essence of a pop star once was defined by caricature that relied on costume. And we loved it" schreibt Booth Moore in seinem Artikel in der LA Times über Michael Jackson und beschreibt darin den einzigartigen "King of Pop".

Über den Tod von Michael Jackson ist viel geschrieben worden und dies ganz sicher von berufeneren Autoren als mir. Gleichwohl möchte ich auf die offizielle Kondolenzseite hinweisen. Sie zeigt zweierlei sehr eindringlich:

  • Wie technisch die Webwelt heute trauert,
  • wie global die Herkunft der Einträge ist,
  • wie sehr die Fangemeinde trauert.  

Schaut Euch die Seite einmal an und aktualisiert ab und zu: Innerhalb weniger Sekunden kommen Hunderte von neuen Einträgen aus aller Welt an. Verweilt einen Moment und nehmt Anteil an diesem überwältigenden Ereignis.

Die Frage nach einem würdigen Nachfolger drängt sich auf: Bernd Schuknecht zeichnet den Weg Jacksons "vom Kinderstar zum König der Popmusik" für die Kölnische Rundschau nach und beantwortet die Frage bemerkenswert endgültig:

"Nun ist der King tot, aber der Ausruf 'Es lebe der König', der die Hoffnung der Untertanen auf einen Nachfolger formuliert, wird ausbleiben. Einen König wie Michael Jackson, einen kreativen Innovator und zugleich Globalisierer, der die ganze Welt in ein popmusikalisches Dorf verwandelt hat, wird es vermutlich kaum mehr geben. Um so mehr wird Michael Jackson in Erinnerung bleiben." 

So kann man das wohl sehen. Wie gesagt: Auch Post mortem überwältigend. 

Tempus sine Chance

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Ich habe verschiedentlich über ältere Menschen geschrieben, die in jüngeren Jahren erfolgreich als Rockmusiker ihr Geld verdienten und dann einfach nicht aufgehört haben gut zu sein.

Solche begegneten uns gestern beim Open Air und begeisterten uns auf's Schärfste. FOREIGNER. Sie touren derzeit durch Deutschland und waren gestern Abend zu Gast in Wiehl. Und es war einen Bombenshow. Wirklich gut. FOREIGNER tritt heute noch unter Leitung ihres Gründers Mick Jones (Lead Guitar) auf. Auch Tom Gimbel (Rhythm Guitar, Saxophone, Flute) ist schon seit einigen Jahren dabei. Jeff Pilson (Bass), Brian Tichy (Drums) und Michael Bluestein (Keys) stießen in den letzten Jahren erst zu Band. Besonders hervorzuheben ist aber Kelly Hansen, der neue Lead Sänger der Lou Gramm in nichts nachsteht.

Übrigens: Im Januar kommt ein komplett neues Album von FOREIGNER auf den Markt, das wir Fans mit Interesse erwarten dürften. Als erster Vorgeschmack präsentierte FOREIGNER gestern "Too Late", das man sich bereits auf der Homepage anhören kann.

Was bleibt ist wieder einmal die Erkenntnis, das Alter gegen Spielwitz und -laune keine Chance hat!

Ciao

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Wie cool ist das denn? Ich suche ja immer GUTE Beispiele für Marketing und Werbung. Ob das hier wirklich gut ist oder nur wirklich schräg, das entscheidet bitte selbst.  

Sehenswert ist es ALLEMAL!

Facebook

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Mal schauen, was passiert...

Weltpokalsiegerbesieger

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Präsident Corny Littmann und SAT 1 Sportmoderator Lou Richter präsentieren das "Retter-T-Shirt" 

Während unseres Urlaubs an der Nordsee bin ich stolzer Besitzer eines einmaligen Marketing-Relikts geworden: Dem legendären "St. Pauli-Weltpokalsiegerbesieger-Retter-T-Shirts". Dass dieses T-Shirt seinerzeit eine geniale Idee war steht wohl außer Frage.

2003 gelang es innerhalb 3 Monaten die benötige Summe von knapp 2 Mio. Euro durch den Verkauf von  mehr als 140.000 T-Shirts aufzubringen. Das war nötig um eine erfolgreiche Lizensierung hinzubekommen und den 2-fachen Abstieg in die Oberliga zu verhindern.

Ganz sicher war die T-Shirt-Aktion eine der bekanntesten "Pauli-Aktionen". Aber St. Pauli hat sich bereits häufiger als ausgesprochen kreativ bewiesen, wenn es darum ging über Spendenaktionen Geld in die meist leeren Kassen zu bekommen:

  • Bieraktionen, z.B. „Astra trinken - St. Pauli retten" (1 Euro pro Astrakasten, über 120.000 Euro
  • „Saufen für St. Pauli" (die Kiez-Kneipen kassierten je ausgeschenktem Bier 50 Cent Soliaufschlag) brachte weitere 20.000 Euro ein
  • Im Millerntorstadion durchgeführte Kulturveranstaltungen: Jazzfestival, DJ-Soundclash, Freiluftkinoabende und das „Finale Retterkonzert"

Erwähnenswert sicher auch das Benefizspiel gegen den FC-Bayern (unter dem Motto „Weltpokalsiegerbesieger gegen Weltpokalsieger"), der auf Gage und Kostenerstattung verzichtete, was 270.000 Euro erbrachte.

Und dann war da noch der Dauerkartenverkauf, der selbst während der Retterkampagne, als die Ligazugehörigkeit noch ungeklärt war, über 11.700 Dauerkarten an den Mann brachte.

All diese Aktionen zeigen, dass es durchaus möglich ist Spenden in nennenswertem Umfang zu erhalten. Voraussetzung dafür ist es aber, dass man über eine klar definierte Marke und die damit verbundenen Leistungen verfügt: Können sich die potentiellen Spender damit identifizieren, gelingt es zweifelslos sie zu moblisieren.

Ich trage das T-Shirt gern; aus zwei Gründen:

  • Ich habe geholfen.
  • Und das sehen Andere.

Verstanden?

Reisen - Ein Nachtrag

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Erst vor wenigen Wochen habe ich über das Reisen mit Flugzeugen geschrieben. Insbesondere ausländische Airlines hatten meinen Argwohn geweckt. Jetzt habe ich jüngst über eine Studie gelesen, die beschreibt, welche Airlines wieviele Unfälle hatte.

Daraus geht hervor, dass nur 15 der 60 größten Airlines seit 1973 von Flugzeugkatastrophen verschont geblieben sind. Darunter ist auch Air Berlin - als einzige deutsche Fluggesellschaft. Aber auch Cathay Pacific, Emirates, Qantas, Qatar Airways, Virgin Atlantic Airways und sogar Chaosflieger Easyjet verloren in diesem Zeitraum kein Flugzeug. Vier Airlines - Ryan Air, Southwest, Thomson und TUIfly kommen auf jeweils einen Totalverlust. Die Lufthansa "landet" mit 3 Verlusten auf Rang 23; und das klingt überraschend. Den letzten Platz nimmt Turkish Airlines ein - mit 11 abgestürzten Flugzeugen. Und jetzt stimmt die Welt wieder.

Sag' ich doch...

Geburtstagsblog

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Dieser Geburtstagsblog heute ist einer meiner treuesten Blogleserin und -kommentatorin gewidmet. Du sollst wissen, ich freue mich über jeden Deiner Kommentare: Immer persönlich, immer supernett, immer auf den Punkt, halt immer Annika! Alles Gute zum Geburtstag, Süße!

Es ist wie immer: Wenn man dann zum Schluss eines Urlaubs nach Hause fahren muss, meint man, dass man durchaus noch ein paar Tage hätte bleiben können. So auch in unserem Fall. Jetzt allerdings stellen wir fest, dass wir gut geplant haben...

Also: Alles richtig gemacht, oder?

Wenn einer eine Reise tut

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Wenn einer (oder in diesem Fall zwei) eine Reise tut (tun), dann kann er (können sie) etwas erleben. So auch in unserem Urlaub. Wider Erwarten bleiben Fragen:

Also. Wir bereisten die Welt.

Waren ja auch nur 8 km bis dahin. Wir stießen an einem Trampolin auf völlig neue Erkenntnisse:

Gerne wären wir der Sache genauer nachgegangen, allerdings verfügten wir nicht über geeignete Trainingskleidung. Erst später stießen wir auf ein Angebot, das uns aus dieser misslichen Situation geholfen hätte:

Allerdings: So ganz verstanden haben wir es nicht. Wir beschlossen das Ganze für ein...

zu halten.

Gar nicht witzig - ja geradezu pietätslos - fanden wir, dass man sich seiner nahen Verwandten für wenig Geld entledigen konnte.

Wir erfuhren, dass es für Leistungen dieser Art ganz in der Nähe ein Trainingszentrum gibt in dem man alles Wichtige im Handumdrehen, quasi "mit links" lernen könne.

Da die Sitten zusehend verrohten...

...fiel uns der Abschied zuletzt nicht schwer.

Wie gesagt. Wenn einer (oder eben zwei) eine Reise tut (oder eben tun)...

Der letzte Tag

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Der letzte Tag ist gekommen. Wir packen und bald geht es los - zurück nach Hause. 10 ereignisreiche, interessante, stressige und zugleich erholsame Tage liegen hinter uns. Was bleibt sind folgende Erkenntnisse:

  • Büsum wird von vielen älteren Menschen besucht. Vorteil: Von Jahr zu Jahr würde man hier weniger auffallen.
  • Das Wetter hier oben ist wechselhaft: Vorteil: Man muss sich beim Kofferpacken nicht zurückhalten; einfach alles von nassen 10°C bis heißen 30°C einpacken.
  • Die Städte/Orte/Dörfer sind wunderschön, jede Ansiedlung hat ihr eigenes Museum, jeder Stein eine Jahrhunderte alte Geschichte. Vorteil: Hier gibt's immer was zu sehen, lernen, bestaunen.
  • Die flache Landschaft ist eher zweidimensional. Vorteil: Das läßt Raum für die dritte Dimension; eine Mischung aus Erleben und Genießen...

Ist so...

Noch einmal verwöhnt uns das Wetter uns es lädt uns nach dem Pool-Tag gestern zu einer weiteren Tour ein. 

Wir fahren nach Norden nach Husum, eine Stadt, von der ich viel gehört habe, aber nicht viel weiß. Klar: Husum ist alt, war aber lange völlig bedeutungslos. Bis dann im Januar 1362 eine Jahrhundertsturmflut aus dem verschlafenen Nest irgendwo im Binnenland einen Ort an der Nordsee machte. Weite Teile der Küste wurden seinerzeit Opfer des Wintersturms und Husum erhielt einen beschiffbaren Zugang zum Meer.

"Am grauen Strand, am grauen Meer und seitab liegt die Stadt..." textete der wohl bekannteste Sohn von Husum, Theodor Storm, dessen Spuren uns auch heute von Haus zu Haus führen. Dass er gerne und oft umzog, erfahren wir von einer Mitarbeiterin im Storm-Museum... Und seiner Worte wie zum Trotz zeigte es sich heute von seiner farbigen Seite. Beschaulich ist Husum, ganz klar den Weg wert.

Beschaulich ist auch die nächste Station unserer Rundfahrt: Friedrichstadt.

Ehrlich - von Friedrichstadt kannten wir bislang nur den Palast, den wir aber nicht finden können;-). Aber wir finden ein bemerkenswertes kleines Juwel an der Treene. Interessant ist, wie Friedrichstadt entstand: Im 17. Jahrhundert wollte der Gottorfer Herzog Friedrich III. eine Handels- und Hafenstadt zwischen Eider und Treene gründen. Dazu lockte er Niederländer, die in ihrer Heimat ihren Glauben nicht ungehindert ausüben konnten mit dem Versprechen, dies in Friedrichstadt tun zu können, in seine neue Stadt. Sie alle kamen in Scharen: Mennoiten, Quäker, Sozianer, Juden, Lutheraner und einige Katholiken. Und sie drückten der Stadt ihren Stempel auf. So wirkt Friedrichstadt mit seinen Grachten und den rechtwinkeligen Straßenzügen auch heute noch wie Klein-Amsterdam. Wie gesagt: Sehr beschaulich. Nachteilig allerdings: Sucht man das Zentrum, sollte man nicht - wie sonst gerne praktiziert - den Kirchturm ansteuern: Derer gibt es wegen der vielen verschiedenen Glaubensrichtungen zu viele, und zwar über die ganze Stadt verteilt.

So beschaulich wie unsere Ziele sind auch Hin- und Rückfahrt. Wir überlassen die Streckenplanung dem Navi. Da es hier oben keine Autobahnen gibt kann die Planungsoption "kürzeste Strecke" über kleine, sehr reizvolle Strecken führen...

Dies wäre dann unser Tipp No. 3...

Pooltag - Die Zweite

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Nach einem vergeblichen Versuch vorgestern soll uns heute ein Pool-Tag gelingen. Klar - wir haben keinen Pool. Aber „Pool-Tag" nennen wir in unserem Urlaub einen Faulenzer-Tag, den wir - wenn es denn einen Pool gibt - am Pool verbringen.

Büsum hat und bietet vieles. Für uns aber keinen Pool. Jedenfalls nicht so, wie wir es aus anderen Urlauben gewohnt sind. Unser Pool heute soll die Nordsee sein.

Wir gehen also zum Strand - der hier ja bekanntlich grasgrün ist - und mieten einen Strandkorb. In diesem verbringen wir den Tag. Einfach so. Wir lesen in Büchern und Zeitungen, machen die Augen zu und wieder auf und genießen einen wunderbaren Tag.

Eigentlich erleben wir - außer dem - nichts Besonderes. Auch mal schön...

Der Himmel ist grau verhangen heute Morgen. Aber der Wind weht von Nordwest. Das ist bekanntlich nicht Südwest. Und das ist gut so, denn das ist die „Schietecke". Kommt der Wind aus Südwest, kommt auch das Wetter daher und bringt meist Regen mit sich. Heute nicht. 

 

Wir hängen die Räder ans Auto und fahren etwa 50 km nach Burg. Dort soll unsere Tour starten; entlang des Nord-Ostsee-Kanals bis zur Mündung des Kanals in Elbe und Nordsee in Brunsbüttel.

 

Nicht selten überholt man am Kanal eines der großen Container- oder Tankschiffe, die über den Kanal schippern, denn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit liegt bei nur 15 km/h, weil sonst die Bugwellen und der Sog Bett und Böschung des Kanals beschädigen würden.

 

 

Beinahe hätten wir dem Nord-Ostsee-Kanal zu seinem 110. Geburtstag gratulieren können. Er wurde am 21. Juni 1895 eröffnet. Er ist fast 100 km lang und verbindet die Nordsee - bei Brunsbüttel - mit der Ostsee - bei Kiel. Er hat eine stattliche Breite von 162 m und rund 43.000 Schiffe kürzen jährlich die über 250 Seemeilen längere Umrundung um das dänische Skagen durch den Kanal ab.

 

Zurück in Burg setzen wir mit der Fähre über auf die östliche Seite des Kanals. Dabei fällt uns eine kunstvoll auf das Boot geschriebene Weisheit ins Auge:

 

 

„Hin und Her. Stich für Stich näht die Fähre den Riss zusammen. Nicht nach dem Ziel fragen. Stillstehen ist nicht das Gegenteil von Fortschritt. Sisyphos und Ikarus erinnern an Faustens Blindheit. Nur Gedanken überwinden senkrecht waagerecht lagernde Bedenken. Her und Hin. Rückkehr ist gespiegelter Abschied. Der Hybris der über die Brücke Eilenden zusehen. Wo ist der Horizont. Schnelligkeit gebiert Langsamkeit. Hin erfordert Her. Jeder Horizont will seine Überwindung vertikal. Das Metronom schlägt unentwegt. Her und Hin. Leise plätschernde Wellen bleiben im Gedächtnis. Mehr und schneller - langsam. Hin und Her. Leben ist nicht die Sehnsucht woanders hinzugelangen, sondern das hier sein zu spüren. Senkrecht stehen mitten auf der Fähre. Der Horizont. Her und Hin."

 

Unser Abstecher führt uns zum Ende der Tour an die tiefste Landstelle unseres Heimatlandes. Diese liegt erstens zwischen Aebtissinwisch (ja, das gibt's wirklich) und Neuendorf-Sachsenbande und zweitens genau 3,54 m unter NN. Es ist sicher nicht den „Tiefpunkt" dieser wunderbaren Radtour...

Pooltag mit Mett

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Aus dem geplanten „Pool-Tag" - ein Tag zum „in-der-Sonne-faulenzen" wird dann doch nichts. Wärmte uns die Sonne gestern Abend noch verschwenderisch spendabel in unseren Terassen-Monoblocs, nimmt sie heute früh eine Auszeit und damit direkt Einfluss auf unsere Urlaubsplanung.

 

Wir sind flexibel und machen uns auf den Weg. Nach Norden führt uns unser Weg wieder über das Eidersperrwerk, raus aus Dithmarschen rein nach Nordfriesland, diesmal allerdings mit dem Auto. Direkt hinter dem Sperrwerk biegen wir ab nach Tönning, eine kleine Stadt, die dereinst reiche Hafenstadt war. Davon zeugen noch heute ein großer Hafen, ein einzigartiges Packhaus - früher DER Umschlagplatz für Ware aller Art von und nach England - und ein hübscher alter Ortskern. Man muss sich vorstellen: Das ganze liegt 500 Jahre zurück...

 

Über Garding fahren wir weiter nach Westerhever. Das muss man wirklich nicht kennen. Vielleicht aber den einzigartigen Leuchtturm in Westerheversand, der dort seit mehr als 100 Jahren seinen Dienst tut. Das besondere: Er besitzt gleich zwei Wärterhäuser - warum auch immer -, die noch bis 1979 von 2 Leuchtturmwärtern bewohnt wurden, steht auf einem Fundament, dass aus in den Boden getriebenen Holzbalken besteht, hat damit eine Höhe von über 41 m, ist eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten von Schleswig-Holstein und verfügt über keine öffentlichen Toiletten. Die gibt es nur am Anfang und zugleich am Ende eines Wanderrundwegs durch die ihn umgebenden Salzwiesen. Für die Runde benötigt man gut eine Stunde. Also aufgepasst...

 

 

Von Westerhever führt und unser Weg nach St. Peter, vielen nur als St. Peter-Ording bekannt. St. Peter hat aber vier Ortsteile, die allesamt so weit voneinander entfernt sind, wie die Erde vom Mond. Ungefähr jedenfalls: Von Nordwesten nach Südost: St. Peter-Ording, St. Peter-Bad, St. Peter-Dorf, St. Peter-Böhl. Ersteres wäre enttäuschend langweilig, gäbe es nicht die Möglichkeit mit dem Auto direkt auf den Strand zu fahren (so wie in Dayton Beach in Florida - Cool!).

 

 

St. Peter-Bad haben wir genau wie St. Peter-Böhl ausgelassen - man kann dort nur wohnen. Schön war St. Peter-Dorf: Dort gibt es viele Lokale und Geschäfte. Sehr nett.

 

Von dort aus fahren wir zurück nach Dithmarschen und kaufen Mett. Irgendwann vermisst Du die Heimat. Ist so...

Utopia

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"Es waren Journalisten, auf die ich am Rande der Messe traf, zu der ich gereist war. Menschen, die mir merkwürdig vorkamen. Einer von Ihnen war "Nummer 2". Er war es, der mich mit nahm zu "Nummer 1", dem Übervater der Branche. Ich durfte ihn nicht anschauen, war aber beeindruckt von seiner kräftigen, tiefen Stimme. Kurzerhand verhängte "Nummer 1" ein Todesurteil über einen mir nicht bekannten Menschen, ganz so, als sei es das Normalste der Welt. Ich suchte Flucht im Obergeschoss eines der zahlreichen Gebäude auf dem Veranstaltungsgelände, wo immer mehr Menschen eintrafen. Auf der Bettkante sitzend verfolgt ich die aktuellen Nachrichten, die mit keinem Wort auf das Geschehene eingingen. Als die Eigentümerin der Wohnung kam verließ ich mich für mein Eindringen entschuldigend das Haus. Doch ich kam nicht weit: Der Weg zurück war durch zwei Veranstaltungen versperrt: Auf der einen Seite fand hinter massiven Gittern ein Rodeo-Lehrgang für Kinder statt. Auf der anderen Seite trainierten auf staubigem Boden an Armen und Beinen tätowierte Gladiatoren für Ihren Auftritt."

Keine leichte Entscheidung, dachte ich...

Auf Achse

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An einem Tag wie heute - mit einer überdurchschnittlich stabilen Wetterlage - hält uns nichts mehr hier. Wir müssen auf die Räder. Unser Ziel ist das Eidersperrwerk etwa 17 km nördlich von Büsum.

Das Eidersperrwerk sperrt (!) den Fluss Eider von der Nordsee - genauer vom Katinger Watt - und umgekehrt. Zwischen 1967 und 1973 wurde das Sperrwerk errichtet um die katastrophalen Auswirkungen von Hochwasser auf das Hinterland zu mindern. Und so macht man es noch heute: 5 Schottenpaare von je 40 m Breite werden see- und landseitig bei Hochwasser komplett geschlossen. Die Flut bleibt draußen, der Wasserpegel binnen bleibt gleich.

 

Das ganze Sperrwerk kann zu Fuß oder auch mit dem Rad passiert werden. Autos fahren auf der belebten Bundesstraße unter dem Wasser her. Auch dieser Tunnel verfügt über Schotts, die bei Bedarf geschlossen werden können.

 

Der ganze Eiderdamm erstreckt sich über eine Länge von fast 5 km. Das Sperrwerk regelt einen Ab- und Zufluss von über 30 Mio m3 pro Tide. Und wenn man dann oben drauf steht und sich die mächtigen Schotts ansieht bekommt man eine wage Idee von den Naturgewalten, die sich im Fall der Fälle an diesem Stück Eisen treffen...

Wir freuen uns in diesem Fall besonders über die überdurchschnittlich stabile Wetterlage.

Robben-Blog

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Dass Robben es in ihrem Leben nicht immer leicht haben ist im Allgemeinen bekannt. Vor allem in den ersten Lebensmonaten kann eine Menge schief gehen und die Armen werden mitunter von ihren Müttern verstoßen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Häufig ist der Mensch schuld, der sich den Tieren hier im Watt zu arglos nähert. Fasst er die hübschen Dinger dann auch noch an ist das Schicksal in der Regel besiegelt. Und aus den kleinen Robben werden Heuler - sie heißen wirklich erst dann so, weil sie nach ihrer Mutter „heulen".

 

Und dann kommt wieder der Mensch und rettet die kleinen Heuler, in dem er sie in die Aufzuchtstation von Friedrichskoog bringt. Dort hat man dann alle Möglichkeiten, die „Kleinen" zu „Großen" zu machen; und wenn alles gut läuft, sie auf eine Zukunft in Freiheit vorzubereiten und wieder auszuwildern. Und wie die das machen - das haben wir uns heute angesehen.

 

Über die Aufzuchtstation hatte ich schon einiges gehört, allerdings wusste ich nicht, was uns dort erwartet. Ich hatte auf Heuler gesetzt und war ein wenig enttäuscht, dass wir die Kleinen nur aus der Ferne sehen konnten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie sich nicht zu sehr an den Menschen gewöhnen sollen.

 

Allerdings hat die Station einige Tiere, die als Dauergäste dort bleiben: Die einen haben es nie gelernt, einen Fisch selbst zu fangen, andere haben sich zu sehr an den Menschen gewöhnt oder sind einfach nicht richtig gesund geworden, so dass ein Leben in freier Wildbahn für sie nicht mehr möglich ist. Diese durchaus putzmunteren Gesellen konnten wir dann auch aus nächster Nähe betrachten und etwas über sie lernen: Wie bedroht sie selbst und ihr Lebensraum sind und wie sehr der Mensch direkt ihr Leben bedroht.

 

Man könnte meinen, dass es doch genügend Robben und Seehunde gibt und dass es auf die eine oder andere Robbe vielleicht gar nicht so ankommt. Stimmt vielleicht. Aber was wäre wenn das umgekehrt uns betreffen würde?

Was zunächst nur ein Wortspiel ist hat es in sich. Der Wind treibt die Wolken über das Land als gäbe es kein „morgen". Doch hieß sein Spiel gestern noch „Touristen traufen" treibt er uns heute nur trocken aber kraftvoll vor sich her. Auch gut. 

 

Wieder führt uns ein ereignisreicher Spaziergang ins Dorf. Dort ist heute Markt.

 

 

Ein kurzer Regenschauer noch und dann verschafft sich die Sonne die von uns eingeforderten Anteile. Am Museumshafen - ein Ort, der bereits am Tag 2 unserer Expedition in den hohen Norden zu einem Lieblingsplatz avanciert - genießen wir die Sonne und den Blick auf die historischen Kreuzer - die im Hafenbecken und die auf der Promenade an ihren Rollatoren. Überhaupt: Wir stellen fest, dass viele ältere Herrschaften hier ihren Urlaub verbringen. Unsere Anwesenheit über den statistisch messbaren Zeitraum von 10 Tagen dürfte den Altersschnitt ordentlich heben. Egal: Alte Leute schreien nicht herum und schlagen Dich nicht mit blechernen Sandschaufeln vor's Schienbein.

 

 

Von der Sonne verwöhnt und vom Wind verpönt (heute Windstärke 7) kämpfen wir uns nach Hause zurück. Dort angekommen suchen wir uns ein windschattiges Plätzchen am Haus und lassen den Tag mit guter Literatur ausklingen.

 

Siehst Du Büsum, geht doch...

Land unter

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„Land unter" heißt es hier oben bekanntlich wenn „Land unter" ist, d.h. wenn auf dem Land mutmaßlich mehr Wasser ist als erwünscht und notwendig ist. „Land unter" kann verschiedene Ursachen haben: ‚Wasser kommt über den Deich' oder ‚Wasser kommt aus dem Himmel'. Letzteres passiert gerade heute: Schleusen auf und drauf.

 

Wir lassen uns nicht beeindrucken, ziehen alle regenfesten Kleidungsstücke, die wir mit haben, übereinander an und gehen die Wattwürmer besuchen.

 

 

Die scheinen aber nicht da zu sein, oder es ist ihnen schlicht zu nass draußen. Jedenfalls haben wir keine Wattwürmer getroffen.

 

Unser Weg führt uns weiter entlang des Deiches. Wir gehen nicht, der Wind und der Regen spülen uns quasi beliebig daher. Bis wir mittags an einem kleinen Fischgeschäft festmachen. Dort nehmen wir Rache an den Bewohnern des Wassers und verspeisen sie kurzerhand: Krabben und Backfisch. So gestärkt schwimmen wir zurück nach Hause. Der Vormittag hatte etwas von einem Triathlon: Laufen, Schwimmen und unter Wasser überleben.

 

Gegen Abend hört es auf zu Regnen. Wir gehen noch einmal ins Dorf bummeln. Als man in einem der von uns besuchten Geschäfte geschäftig beginnt um unsere Füße herum zu putzen werden wir gewahr, dass der Einzelhandel in Büsum um 18 Uhr nach Hause geht. Also aufgepasst beim Mittagsschlaf!

 

Nach Hause gehen wir erst, nachdem wir der Lady von Büsum einen Besuch abgestattet haben.

 

 

Ein regenreicher Tag, an dem wir uns gelegentlich fragten, ob wir auf der richtigen Seite des Deichs unterwegs sind und an dem es Stunden dauerte, bis die Finger nicht mehr schrumpelig waren, neigt sich dem Ende entgegen. Was bleibt ist die Hoffnung, dass die Wettervorhersage keine „Sage" bleibt: Morgen soll es besser werden...

Moin, Moin

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Wir sind dann mal weg. Für 10 Tage genau hier hinter dem Deich, ganz in der Nähe des Leuchtturms.

 

Weil die Internet-Anbindung am Urlaubsort nicht ganz geklärt ist, kann ich nicht versprechen, dass wir uns mit Neuigkeiten melden werden können. Meine Empfehlung: Einfach mal dran bleiben...

 

Moin, Moin.

On our way to the Watt

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Auf unserem Weg nach Büsum kommen wir nur schleppend voran. Eine Vielzahl von Baustellen bremst uns immer wieder ein. Schließlich wird die Autobahn wegen eines LKW-Unfalls gänzlich gesperrt. Wir bemerken das nur, weil uns das Navi plötzlich und unerwartet bittet, die Autobahn zu verlassen. Natürlich machen das andere Navigationssysteme auch, was dazu führt, dass wir alles andere als allein auf dieser Umleitungsempfehlung unterwegs sind. Wir verlieren alles in allem 90 Minuten kostbarer Urlaubszeit. Erstaunlich ist allerdings, dass die Gesamtstrecke nach unserer Ankunft nur etwa 20 km länger als bei der Abfahrt berechnet ist.

 

 

Büsum selbst empfängt uns mit großartigem Wetter. Ein erster Ausflug zum Wattenmeer lässt unsere Urlaubsherzen höher schlagen. Auch wenn die Wetteraussichten für die kommenden Tage alles andere als gut sind, genießen wir den Tag unserer Ankunft.

 

 

Unser Ferienhaus übertrifft unsere Erwartungen. Wir freuen uns auf 10 erholsame Tage. Also, auf geht's! Moin Moin!

 

Über die Merkwürdigkeiten der Gegend bald mehr...

 

Ganz so schlimm war es dann nicht: Der "männermordende Frühschoppen" entpuppte sich aber dennoch als echte Herausforderung: Es galt unter allen Umständen den Nachmittag - will sagen das Vogelschießen - anständig zu erleben. Und das ist unter diesen Voraussetzungen nicht so ganz einfach.

 

Es ist immer schnell und leicht behauptet, Schützenvereine träfen sich zum kollektiven Besäufnis. Aber genau das ist es nicht. Die Schützen treffen sich zunächst in der Sache: Man feiert das Schützenfest. In der Tradition, dem Brauchtum angetan und in der Historie fest verwurzelt. Und: Natürlich kennt man sich. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis. Man trifft alte Freunde, lernt viele Leuten kennen und tauscht sich untereinander aus. Selbstverständlich trinkt man gemeinsam ein Bier, auf das, was war, auf das, was ist, auf das, was kommt und bei Bedarf auch gelegentlich auf sich selbst.


Das Ganze geschieht mit durchaus unterschiedlicher Intensität. Und dabei bleibt dann der Eine oder Andere auch schon mal auf der Strecke; allerdings ohne, dass er es nicht im nächsten Jahr direkt wieder versuchen würde - durchzuhalten!

 

Mit ein wenig Augenmaß findet man prächtig durch einen Tag wie diesen und trifft in den 12 gemeinsamen Stunden "Gott und die Welt", bahnt das eine oder andere an und ist unter Gleichgesinnten. Ob Ihr das glaubt oder nicht - es ist eine Freude! Und wenn man das Ganze dann anständig übersteht, kann man sogar noch ein wenig stolz sein auf sich selbst!

 

Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Heute geht es nach einem Tag Ruhe in die zweite und zugleich finale Runde: Der Besuch des "männermordenden Frühschoppens" steht an. Von dessen Verlauf und allem drum herum berichte ich dann morgen.

Denjenigen, die die marketingbezogenen Themem hier derzeit vermissen sei gesagt: Das tue ich gerade jetzt NICHT, denn ich habe Urlaub...

Bald wieder mehr dazu!

Nun gehört er dazu

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Hier ist es nun, das Objekt der Begierde: Meine frisch getaufte Schützenmütze. Und für alle, die die Zutaten für eine Mützentaufe nicht kennen sei hier eine Kurzanleitung veröffentlicht:

Man nehme einen Eimer. Da hinein gieße man ein gutes Duzend Kölsch und allerlei andere Getränke. Im Grunde genommen geht alles, was verfügbar ist. Hinzu kommt ein gerüttelt Maß an Underberg. Das stellt die Basis der Mixtur dar.  Geschmacklich und farblich verfeinert wird das Ganze nun mit größeren Mengen Ketchup, Senf, Maggi-Würze und Worchstersoße. Wichtig: Ein rohes Ei - für's Haar. Hinzu kommen zwei bis drei gut gefüllte Aschenbecher. Ganz richtig für das Röstaroma. Nach Belieben können ein bis zwei Aspirin mit hineingegeben werden. Das soll vor Kopfschmerz am nächsten Tag schützen, aber das ist dann wohl eher eine Theorie.

In diesen - mit Verlaub - wiederlichen und übelriechenden Fond gibt nun der Täufer - diesen gibt es in jeder Kompanie und natürlich ist er berühmt-berüchtigt - die jungfräuliche Mütze. Sie wird von außen und auch von innen sorgfältig mit dem Inhalt des Eimers getränkt. Immer wieder gern wird dabei auch Pastöses hinter die innenliegende Krampe geschmiert - für später...

Nach diesem Tränkungsvorgang wird sie ausgewrungen und notdürftig mit Bier abgespült. Dann wird sie kunstfertig vom Täufer geformt und dem Täufling mit einigen Empfehlungen über den Umgang mit der so eingeweihten Mütze auf den Kopf gesetzt.

Wenn man glaubt, dies sei der unangenehmste Moment täuscht man sich. Erst später und stark abhängig von der Witterung wird das ganze Ausmaß der Sauerei klar: Scheint die Sonne trocknet die Mütze zwar rasch, belohnt den Träger und die nahe Umwelt aber mit einem unverwechselbaren Gestank. Regnet es - so wie gestern - wäscht sich das Ganze im Verlauf der nächsten Stunden in aller Ruhe den Nacken und ein Stück weit den Rücken herunter und auch hier verbreitet sich bestialischer Gestank. Diesen zu beschreiben ist nicht einfach: würzig-beißend, leicht gesundheitsgefährdend trifft es wohl am besten.

Man muss das mit Würde - und auf jeden Fall ohne Handtuch im Nacken! - über sich ergehen lassen. Danach erst gehöre man dazu, heißt es. Dann bin ich jetzt wohl dabei. Fraglich nur, wie ich diesen einzigartigen Geruch aus der Nase bekomme? Auch nach über 20 Stunden will er nicht weichen...

Nochmals: Horrido.

Schützenfest

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Man muss ja manchmal merkwürdige Dinge auswendig lernen...

 

Schützenfest, Fahnen raus,

Grün geschmückt zieh'n wir hinaus.

Sorg' und Müh uns verlässt,

heut' ist Schützenfest!

 

Tages Arbeit, abends Gäste,

Saure Wochen, dann fröhliche Feste,

Diesem Sinnspruch treu ergeben,

Frohsinn, ihr Lieben, er soll dreimal leben.

 

Froh, gesellig, edel und bieder,

Hilfreich, gütig und deutsch uns're Lieder.

Gäste und Schützen wir woll'n nicht feilschen,

Wir sind und bleiben doch die alten Deutschen.

 

Mal sehen, ob ich den Text dann auch nicht nur aufsagen, sondern auch mitsingen kann...

Heute also werde ich in den altehrwürdigen Gummersbacher Schützeverein e.V. von 1833 eingeführt. Zugehörig der ältesten Kompanie "Stadtmitte" - die Mutter aller Kompanien - erwartet mich ein kurzes Aufnahmeritual, von dem ich morgen dann berichten werde.

Horrido!

Der letzte Arbeitstag

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'Merkwürdig ist es schon', dachte ich bei mir, als ich eben das Büro verließ. Heute war mein letzter Arbeitstag vor dem Sommerurlaub, aber der fühlte sich nicht so an, wie "früher".

 

"Früher", da hat man dem letzten Tag vor dem Urlaub entgegen gefiebert, konnte es kaum noch abwarten. Und dann das Gefühl, wenn man das Büro verlassen hat: Ohne einen Blick zurück zu riskieren und mit flinkem Schritt die Treppen rauf und rüber zum Parkplatz und ab nach Hause.

Und heute? Von Vorfreude keine Spur. Ganz im Gegenteil: Dem letzten Tag schaut man mit Grauen entgegen, weil man weiß, was passiert: Es wird eng, hektisch und kräftezehrend werden und so richtig fertig wird man dann doch nicht.

Natürlich kommt es genau so. Und wenn man dann endlich den Weg nach Hause antritt ist vom freudigen Sprint zum Wagen nichts zu merken: Mit den Gedanken immer noch bei der Arbeit ('haste alles gemacht, haste an alles gedacht...') verlässt man eher schleichend das Haus. Die ehemals überwältigende Vorfreude auf den Urlaub stellt sich nicht ein.

Woran das liegt?

  • Je mehr wir "auf dem Tisch haben", desto mehr kann auch liegen bleiben oder übersehen werden.
  • Je mehr Verantwortung wir tragen - umso mehr nehmen wir davon mit - auch in den Urlaub.
  • Je intensiver wir uns mit unserer Aufgabe identifizieren, desto weniger können wir von ihr zurücklassen.

Dennoch: Jetzt wird es Zeit los zu lassen. Zwei Wochen sind so schnell vorbei...

Die neue Pressefreiheit

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Man stelle sich vor: Da veröffentlicht die Tageszeitung eine Meldung, die sich anschließend als "Ente" erweist. So geschehen in unserem regional bedeutenden Blatt.  Da wurde jüngst berichtet, Bundespräsident Horst Köhler würde erneut - nach seinem Besuch im letzten Jahr - in unsere Heimatstadt kommen.

Wie gesagt: Das Ganze war eine Ente. Und das kann auch mal passieren. Interessant ist die rechtfertigende Stellungnahme - wohlgemerkt: nicht die Richtigstellung - des Chefredakteurs danach: 

"Horst Köhler kommt nicht

Abgesagt hat Bundespräsident Horst Köhler seinen Besuch (...) nicht. Er hatte erst gar nicht zugesagt. Wieso stand das dann in der Zeitung?

Weil der Bürgermeister von (...) und der Leiter des Kreisumweltsamts (...), bei einem Pressegespräch äußerst geheimnisvoll von einem "ganz hohen Besucher" gesprochen haben, der am langen Tag der Region, dem 21. Juni, (...) Gummersbach besuchen wolle.

Und auf Rückfrage hieß es: Der Bundespräsident sei gemeint. (...)

Inzwischen ist klar: Die Nachricht war eine reinrassige Ente. Was als Scherz gedacht war, fand als Falschmeldung in unsere Zeitung. Wenn Politik auf Presse trifft: Vorsicht bei humorigen Bemerkungen. Die nimmt die schreibende Zunft allzu oft als bare Münze."

Jetzt habe ich den ganzen Tag überlegt, ob und wie ich das kommentieren müsse? Ich hadere gerade jetzt noch mit mir - will aber gerne dem geneigten Leser meines Blogs das Urteil über diese neue Pressefreiheit selbst überlassen...

Unglaublich, nicht wahr?

Gummersbach-Arena

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Hier noch schnell ein Nachtrag zum Europapokalspiel vom Montag: Die Lanxess-Arena in Köln kurz vor Spielbeginn. Deutlich zu sehen ist, dass die Zuschauerränge im so genannten Unterrang flach ansteigend in den steileren Oberrang übergehen. Dazwischen die VIP-Logen. Doch das eindrucksvolle Rund hat auch Nachteile: Bereits im oberen Bereich des Unterrangs sitzt man - durch den flachen Radius der Tribünen - recht weit weg vom Geschehen. Das ist nicht nur für die Zuschauer wenig attraktiv, sondern auch für die Protagonisten auf dem Feld.

Ein gutes Beispiel, wie eine Handball-Arena in Gummersbach aussehen könnte gibt das Spaladium Center in Split, Kroatien. Mit 12.000 Plätzen sicherlich größer, als wir es in Gummersbach brauchen, aber von der Konzeption her wegweisend. (Die Dokumentation der Arena auf den Seiten der Architekten gibt einen sehr guten Eindruck.) 

Das sollten sich unsere Verantwortlichen für die hier geplante Arena mal anschauen. Wir wollen doch einen echten Handball-Tempel in Gummersbach haben...

Europaparlament

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In einem interessanten Vergleich wurde im Lichte der anstehenden Wahlen das Europaparlament bewertet. Auf der Skala, die von "1", dem iranischen Parlament bis "10" dem US amerikanischen Kongress bekam das Europaparlament eine "8-9". Wer hätte das gedacht...

Mehr Informationen über die Europawahl auf der eigens dafür eingerichteten Webseite "Europawahl 2009". Auch da kann man staunen, wie weit der öffentlich-rechtliche Informationsauftrag der Sendeanstalten geht...

Warum?

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Was lange währt wird endlich gut: Nach 26 Jahren hat der VfL Gummersbach wieder einen internationalen Titel geholt. Das Problem daran: Keiner weiß so recht, warum es nun schließlich geklappt hat und woran es gelegen hat, dass es bisher eben nicht gelingen wollte.

Man ist geneigt, den Titel als gegeben und vor allem verdient hinzunehmen, aber so einfach darf man es sich nicht machen: Immerhin geht es um einen Prozess der Verbesserung; und wenn man die Faktoren, die zu dieser Verbesserung geführt haben, nicht erkennt, dann kann man diese Entwicklung nicht weiter voran treiben.

 

So oder so: Es war ein denkwürdiger Abend. Und vermutlich haben die "Höhner", eine kölsche Traditionsband, dann mit ihrer Generalformel doch recht: "Wenn nicht jetzt - wann dann? Wenn nicht hier - sag' mir wo und wann? Wenn nicht wir - wer sonst? Es wird Zeit! Komm' wir nehmen das Glück in die Hand!"

 

Genau. So paßt's...

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