Februar 2012 Archive

Ende in Sicht

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Auf der Zielgeraden darf einem die Puste nicht ausgehen. Oder anders gesagt: Die Japaner haben recht. Sie sagen: Wenn Du 100 km gehen musst, liegt die Hälfte der Strecke bei Kilometer 99.

Gut, wenn einem Familie und Freunde zur Seite stehen.

Wassermann

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Mein Doktor sagt immer, dass ich viel trinken soll. Mindestens 2 Liter am Tag. Das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass ich, immer wenn ich die Wasserflasche zur Hand nehme, ich eine möglichst große Menge zu trinken versuche, damit ich meinem Tagespensum näher komme.

Nicht, dass ich das immer schon so wahrgenommen habe; gerade heute ist es mir zum ersten mal bewusst geworden: Ich trinke Wasser (hastig), weil ich (viel) Wasser trinken muss. Dabei ist mir über die Jahre der Genuss am Wasser trinken offenbar etwas abhanden gekommen: Der Druck, die ärztlich empfohlene Menge zu mir zu nehmen, ist einfach zu groß.

Schade eigentlich, denn als ich heute ganz ruhig und ganz bewusst einen kleinen Schluck Wasser aus der Flasche getrunken habe, schmeckt der ganz anders: Kühl, erfrischend,  prickelnd. So sollte das auch sein, denn dann klappt es auch mit der empfohlenen Menge.

Diskret unorientiert

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"Im Marriot hast Du doch hier auch schon gewohnt" schallt es aus dem Telefon, als mich mein Kollege heute Abend anrief, "wo kann man denn hier in der Gegend was Gutes essen?"

Ich erwiderte, dass ich dort noch nicht im Marriot gewohnt habe, sondern zuletzt im Hotel Vier Jahreszeiten war.

Darauf mein Kollege: "Aber hier im Mercure bist Du doch auch schon mal gewesen. Das ist hier gleich um die Ecke!". Doch das Mercure, wo ich schon war, lag in einem anderen Stadtteil.

"Dann müssen wir doch in die Altstadt gehen, was? Ist nicht so weit" schlug mein Kollege am Telefon vor.

"Richtig" ergänzte ich, "das wollte ich auch gerade sagen..."

'DU' heißt 'dauernd unterwegs'. Normalerweise. Heute jedoch steht es eher für 'diskret unorientiert'.

Zeit in der Unzeit

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Ein Sonntag, wie er keiner sein sollte: Nach dem Frühstück gleich an die Arbeit, es galt noch einiges aus der vergangenen Woche aufzuarbeiten. Dann nach dem Mittagessen schnell zurück an die Arbeit. Und erst im Laufe des Nachmittags bekomme ich nun Gelegenheit einige eigene Dinge anzugehen. Die Erholung als Vorbereitung auf die bevorstehenden Tage kommt heute kurz.

Ein Sonntag, wie er keiner sein sollte? Mitnichten. Manchmal muss man die Zeit auch zur Unzeit investieren.
2012_02_25_Haus.jpgDer Weg "nach Hause" führt leider nur über die Zerstörung. Aber "kaputt machen" gehört zum "neu machen" dazu. Und so gesehen geht es weiter. Schritt für Schritt...

Fehlererklärer

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"Das hätte ich nicht tun sollen", sagte einer meiner Freunde kürzlich zu mir und bedauerte, dass er in "dem Moment die völlig falsche Frage gestellt" habe.

Als er seinen Wagen kürzlich aus der Werkstatt holte, wollte er nur wissen, was sein Gefährt denn so plötzlich außer Betrieb gesetzt hatte. Darauf hin habe der Meister in der kleinen Werkstatt zu einer ausschweifenden Erklärung ausholen wollen, die weit aus dem Verstehen meines Freundes aus zu schwenken drohte.

Als er dies dem Autospezialisten andeutete, erkannte dieser die Chance, umfassendes Grundwissen dar zu bieten. Zugleich schien er ein Interesse an seiner Arbeit und seinem Wissen auszumachen, was ihn nur noch mehr motivierte, technisches Fachvokabular abzurufen.

Eigentlich wollte mein Freund nur - höflicherweise - Interesse und Würdigung für die gelungene Reparatur zeigen, auf eine Analyse hatte er es nicht abgesehen.

Witzig: Letztlich musste der Kfz-Guru dann auch eines zugeben: So richtig wusste er dann auch nicht was der Fehler war...

Briefkastengeheimnis

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Ist denn die Welt so schwer zu verstehen, dass nur mir das nicht gelingt, oder gibt es Menschen da draußen, die ähnliche Probleme haben, wie ich?

Nur ein Beispiel: Warum liegt das Anzeigenblättchen mit seinen mannigfachen Werbebeilagen immer nur dann VOR der Haustür, wenn der Briefkasten LEER ist, und warum steckt das mächtige Papierbündel immer dann, wenn sich im Briefkasten bereits eine Illustrierte und die Tagespost befindet, IM Briefkasten und verdichtet dadurch die Post bis zur Unkenntlichkeit; von der Lesbarkeit der Zeitschrift völlig zu schweigen...

Warum? Das bleibt wohl ein Briefkastengeheimnis...

Gute Geister gibt's

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Als ich heute das Büro verlassen hatte, um noch einen Außentermin wahrzunehmen, fiel mir auf halbem Wege auf, dass ich eine wichtige Unterlage hatte liegen gelassen. Die brauchte ich zwar nicht bei meinem Termin, wollte mich aber am Abend daheim damit beschäftigen.

Also rief ich einen Kollegen, der in meiner Nähe wohnt und zu diesem Zeitpunkt noch im Büro war, an und fragte ihn ob, ob er mir die Akte, die da schon fertig gepackt auf meinem Schreibtisch liege, mitbringen könne. Ich würde sie dann später bei ihm daheim abholen. Konnte er und wollte er.

Und tatsächlich hielt ich nur eine Stunde später den Ordner in meinen Händen und war froh, dass ich dafür nicht den ganzen Weg zurück ins Büro hatte machen müssen. Ich dankte meinem Kollegen, dass er mir den Gefallen getan hatte. Der wünschte mir dann noch einen schönen Abend und schaute dabei schelmisch grinsend auf die Tasche mit dem Ordner in meiner Hand.

Den kleinen Seitenhieb habe ich wohl wahrgenommen, freute mich aber dennoch über die Hilfe dieses guten Geistes.

Updates installieren

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"Updates installieren und dann herunterfahren" hat bisher immer gut funktioniert. Mehr noch glaube ich zu wissen, dass das regelmäßige Aktualisieren des Betriebssystems und der genutzten Software eine unabdingbare Voraussetzung für einen stabilen Betrieb eines jeden Computers ist.

Als ich gestern Abend meinen PC ausschaltete, habe ich genau diese angebotene Option gewählt. Nach dem Aktualisieren sollte sich das Gerät dann selbstständig abschalten. Aber heute Morgen lief er unerwarteterweise noch. Ebenso unerwartet war dann auch der Bluescreen, den er anzeigte, als ich den Monitor einschaltete: Systemabsturz.

Die IT-Abteilung empfahl einen Neustart und der sollte auch gelingen. Einige Stunden später jedoch erschien der nächste massive Absturz und der freundliche Kollege aus der EDV erschien, nahm den Rechner zwecks genauerer Untersuchung des Problems und dessen Behebung mit: "Zwei, drei Stunden kann das schon dauern", erläuterte er, "je nach dem..."

Zwei, drei Stunden ohne PC konnte ich mir im Büro zunächst gar nicht vorstellen. 'Gerade jetzt', dachte ich, 'wo doch noch so viel zu tun wäre...' Und da habe ich gemerkt, wie sehr meine Arbeit auf den Computer fixiert ist und dass ich mir ohne das Gerät wie von der Außenwelt abgeschnitten vorkam.

Die leise Panik, die mich in diesem Moment beschlich, wich, als ich feststellte, dass sich da noch sehr viel Arbeit auf dem Tisch befand, die ich überraschenderweise ohne Computer erledigen konnte: Ablage!

Und während ich mehr oder weniger zufrieden meine Ablage erledigte, wurde mir sorgenschwer bewusst, wie weit ich tatsächlich noch vom papierlosen Büro entfernt bin; doch das, das ist dann eine andere Geschichte.

Wie gesagt: Updates installieren und dann ersteinmal herunterfahren...

Alaaaf...

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Ein Kreuz ist das, mit dem Rosenmontag. Hier im Rheinland war heute absolut niemand erreichbar! Klar, dass darunter der Fortgang meiner Arbeiten leidet.

Andererseits haben mich all' die Leute, die heute nicht an ihren Arbeitsplätzen waren auch in Ruhe gelassen und mich nicht behelligt. Und das wiederum hat mich ein gutes Stück voran gebracht.

Was wieder einmal bleibt, ist die - für manchen kaum nachvollziehbare - Erkenntnis, dass an allem Schlechten auch was Gutes ist...

Alaaaf...
2012_02_19_Back-up.jpgWenn der Esstisch wieder einmal ausschaut wie ein IT-Zentrum, dann ist es wieder an der Zeit die Daten zu sichern. Und während die Bits und Bytes so auf die externen Festplatten fliegen, versuche ich mich daran zu erinnern, wie wir früher Dokumente dieser Art sortiert und archiviert haben:

Wir haben unsere Papiere geordnet, gelocht und abgeheftet, Fotos gesichtet in Alben geklebt oder in Schachteln gepackt und unsere Musik befand sich auf Schallplatten und Cassetten fein säuberlich nach Interpret-Nachnamen aufgereiht im Wohnzimmerregal.

Die Digitalisierung all' dieser Dinge hat die Handhabung leichter gemacht. Und wenn wir es einigermaßen ordentlich einrichten, finden wir meist auch wieder, was wir suchen. Wenn nur die  Datenmengen nicht so exorbitant zugenommen hätte. Ich habe mal nachgerechnet: Wenn man davon ausgeht, dass eine vollständig beschrieben Textseite etwa 5kB Speicherplatz benötigt, ergeben 200 Seiten ungefähr 1MB. 200 Seiten, das ist schon die Informationsmenge eines durchschnittlichen Buches. Ein Foto, das wir heute mit unseren kleinen Digitalkameras aufnehmen, oder ein Musikstück als MP3, das wir auf der Festplatte speichern, besteht aus etwa 5MB Daten, oder umgerechnet 5 Büchern. In einem Urlaub schießen wir schnell 100 Bilder und erzeugen dabei Datenmengen von 500 Büchern und mehr.

Und wenn wir dann ab und an eine Datensicherung anstossen, wundern wir uns, dass unserer Festplatten so schnell prall gefüllt da stehen und dass ein Sonntagvormittag dabei schnell vorbei ist...

Unerwartet "trotzdem"

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Meistens kommt es anders, als erwartet. Heute auch. Eigentlich wollte ich im Haus arbeiten, eigentlich wollte ich einkaufen gehen, eigentlich musste ich noch etwas für's Büro erledigen.

Nur wenig von dem, was ich erreichen wollte, habe ich geschafft. Eigentlich hätte dies ein produktiver Tag werden sollen. Wurde er dann aber nicht.

Eigentlich war das dann doch ein schöner Tag, unerwartet "trotzdem".

Technikschuld

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Wie oft haben wir schon den PC, den Drucker oder sonst irgendein Gerät verflucht, weil es eine Störung hatte oder nicht wie erwartet funktionierte. Natürlich versagte immer die Technik, nie der Anwender.

Das ist mir heute im Büro auch so ergangen. Der Drucker druckte nicht. Klar seine Schuld! Selbstverständlich war dem nicht so: Ich hatte den Druck gar nicht abgeschickt.

In meinem Zorn wurde mir bewusst, warum die Technik immer die Schuld bekommt: Sie kann sich nicht dagegen wehren!

Hilfe aus Singapur

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Was soll man dazu sagen: "Schade, ich hätte Dir gerne geholfen" antwortete mir ein Freund heute aus Singapur und da klang seine Mail fast ein wenig enttäuscht.

Ich hatte ihn im Auftrag eines meiner Freunde nach dem lokalen Preis eines dieser neuen Tablett-PCs gefragt. Gelegentlich sind Geräte dieser Art im asiatischen Ausland wesentlich preisgünstiger als hier. Doch seine Preisrecherche vor Ort ergab, dass das gewünschte Gadget tatsächlich hier preiswerter zu bekommen ist, als in Singapur.

"Schade, ich hätte Dir gerne geholfen" klang dann wirklich so enttäuscht, dass es mir fast Leid tat. Was also soll ich dazu sagen?

"Schön, solche Freunde zu haben" passt dann noch am besten, oder?

Leistungsverweigerung

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Nach den zahlreichen Niederlagen hatte man den Spielern der Mannschaft zunächst "Nicht-Können" und dann - was viel schwerer wiegt - "Nicht-Wollen" unterstellt.

Als sie dann heute ihren dritten Sieg in Folge erspielen konnten, hätte die Freude eigentlich groß sein müssen. Doch ob all' der Schmach der letzten Wochen und Monate fiel der Jubel eher verhalten - will sagen gehemmt - aus.

Erst als die Fans sie frenetisch zum "Hinsetzen" aufforderten, gefolgt vom bekannten Stadiongesang "Humba-Humba-Täteräääh", begleitet vom wilden Pogo-Tanz, wurden die Spieler locker und rempelten sich - im Rahmen dieser ausgefallenen Choreografie - ausgelassen daher.

Klar: Niemand verliert gern. Weder der Spieler, noch der Anhänger des Clubs. Passiert das aber dennoch, sollte man immer zunächst von einem gegenwärtigen Leistungsunterschied ausgehen. Die Unterstellung des "Nicht-Könnens" oder "-Wollens" blockiert bis zur Leistungsverweigerung.

Und wenn alles nicht hilft bleibt immer noch die Möglichkeit es auf den Schiedsrichter zu schieben...

Wohlfühlen

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Was ich noch erzählen wollte.

Als ich jüngst mit blockiertem Ilio-Sacral-Gelenk daher vegitierte, half mir mein "Freund und Helfer" Thomas und richtete, was zu richten war. Vier Tage hielt sein Werk, dann hatte sich das Zentrum der Bewegung wieder verhängt. Eine weitere Behandlung und ein halbes Dutzend Kinesiotapes später hält der Rücken, was Thomas versprach.

Gestern, eine weitere Woche später habe ich die Tapes vom Rücken entfernt. Danach habe ich mich zwar fast so gefühlt, als wäre mir ein Gips abgenommen worden; mit allen Unsicherheiten, die sich daraus ergeben. Aber dennoch - trotz aller Befürchtungen - der Rücken hält. Und darüber freue ich mich. Heute. Und vielleicht morgen auch wieder. Und übermorgen. Weil sich das gut anfühlt. Sich wohlzufühlen...

Konsequent inkonsiquent

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Befürworter der so genannten "konsequenten Kleinschreibung" behaupten, dass die Rechtschreibung vereinfacht wird, wenn man alles einfach nur kleinschreibt. Darüber hinaus gelinge es leichter, einzelne Wortgruppen und Substantive nicht willkürlich zu bevorzugen, weil sie groß geschrieben sind, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Im Übrigen würde man nicht mehr zwei Alphabete benötigen. Ehrlich - so recht verstehen kann ich das nicht.

wenn ein text plötzlich nur in minuskeln geschrieben ist, kann ich ihn nur noch schwer erfassen. besonders die satzanfänge und die substantive fehlen mir in der orientierung. und nicht mal das hier, was die befürworter schätzen, stimmt für mich: das tippen sei viel einfacher. stimmt nicht, so oft wie hier habe ich mich selten verschrieben.

Lustig wird es dann, wenn "konsequente Kleinschreiber" Namen von Personen in ihren Mails schreiben müssen. Nicht wenige von ihnen schreiben den Namen dann - aus Respekt vor dem Erwähnten - groß. Und dann, spätestens dann, kann man das ja nicht mehr "konsequente Kleinschreibung" nennen.

Vielleicht eher "inkonsequente Kleinschreibung"...

Erfüllend

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2012_02_12_Veste-Gummershardt.jpgWelche Geschichte erzählt man an einem Sonntag wie diesem? Am besten diese hier, von einem wunderbaren, ausgedehnten Spaziergang durch die winterlich-kalte, sonnige Landschaft.

Erfüllend...
Meist kommt es anders, als man denkt. Alte Weisheit, beweist sich immer wieder auf's Neue.

Den heutigen Tag mussten wir recht sauber durchplanen, immerhin erwarteten wir heute Abend Gäste und es galt noch vieles vorzubereiten. Doch dann kam der Ausfall der Heizung auf der Baustelle und damit - wie gesagt - alles anders als vorgesehen. Zwar konnte der Heizungsbauer die Anlage wieder in Betrieb nehmen - unsere Tagesplanung war jedoch dahin. Von da an hieß es improvisieren.

Letztlich ist alles gut gegangen, wir haben das Meiste noch geschafft und erlebten schlussendlich einen schönen Abend mit unseren Gästen; denen - wie uns - dann auch klar wurde: Planung ist die halbe Miete, die andere Hälfte steuert wie so häufig Murphy bei.

Ausweichen oder Anhalten

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In einer engen Kurve trafen sich zwei Spiegel. Einer hing an einem kleinen Schulbus, einer am fast neuen Wagen meiner besseren Hälfte, welcher damit dann nun auch zünftig eingeweiht ist. Meine bessere Häflte und der Fahrer des anderen Spiegels haben sich dann gegenseitig ihr Mitgefühl für das Schicksal des jeweils anderen ausgesprochen und sind dann jeder ihrer Wege gefahren.

Ein "Toucher" dieser Art ist zwar ärgerlich, aber hier nicht zwingend einer Erwähnung wert. Wäre da nicht der gestrige Morgen gewesen, als sich an der gleichen Stelle ein ähnlicher Zwischenfall anbahnte. Und meine besser Hälfte drohte erneut Teil des Geschehens zu werden.

Den aktuellen Vorfall noch in wacher Erinnerung wich sie über den dort flachen Bordstein auf den Gehweg aus, um eine erneute Kollision zu vermeiden. Zu ihrer Überraschung hielt das ihr entgegenkommende Fahrzeug an der Engstelle an und ließ sie passieren. Und wie sie an dem Kleinbus vorbei fuhr, erkannte sie am Steuer den Fahrer, den sie wenige Tage zuvor anlässlich des gemeinsamen Unfalls kennen gelernt hatte.

Gelernt hatten offenbar beide: Ausweichen oder Anhalten - beides vermeidet Kollisionen. Wie im richtigen Leben...

Nicht anders

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"Hier stehe ich und kann nicht anders", soll Martin Luther 1521 gesagt haben. Dieses Zitat ging mir heute durch den Kopf, als ich - so hin- und hergerissen - inmitten eines dröhnenden  Arbeits-Chaos in meinem Büro stand und um Orientierung rang.

Und das Zitat beschrieb die Situation so gut - besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Tröstlich, wenn man auch bei einem bisweilen stressigen Job Wertschätzung dafür empfinden kann.

Tadel vs. Trost

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Gestern rief mich ein guter Bekannter - will fast sagen, Freund - an. Ob "Bekannter" oder "Freund" - bei Franz hat das Ganze für mich einen fließenden Übergang.

Franz ist ein Selfmade-Man, der es immer wieder schafft, mich zu unterhalten, zu beeindrucken und von dem ich immer wieder etwas lerne.

Als er mich also gestern anrief, erzählte er mir, dass er nun - zu seinem ohnehin erfolgreichen Wirken - noch der Trainer einer weltbekannten und nicht minder erfolgreichen Sportlerin geworden sei.

Wieder einmal beeindruckt, gratulierte ich ihm zu dieser Verpflichtung und fragte nach, wie es denn dazu gekommen sei. "Nun", sagte Franz, "als alle sagten, dass ihre Leistung toll gewesen sei, habe ich ihr gesagt, dass es glanzlos war, was sie gezeigt hat."

"Das ist genau Deine Art," erwiederte ich, "offen und ehrlich Kritik auszusprechen. So kenne ich Dich!" Darauf erwiederte Franz: "So einfach ist das nicht, mein Lieber. Kritik darfst Du nur dann äußern, wenn es Sinn macht." Und dann fügte er hinzu: "Tadele nicht, wenn Du trösten sollst."

Wenn man - wie ich - einen Tag darüber nachdenkt, macht es plötzlich Sinn.

Verhöhnung

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"Was soll das" habe ich mich heute Abend gefragt, als ich nach Hause fuhr und die Preise an der Tankstelle sah. Noch morgens hatte ich dort - nach tagelangem Taktieren - getankt. Weil es mir endlich günstig erschien und weil es tatsächlich der beste Preis seit Tagen war.

Als ich nun heute Abend an meiner Tankstelle vorbei heim fuhr, war der Preis noch einmal um 1 €-Cent gesenkt. Das - an sich - ist kein Drama. Die verpasste Ersparnis von etwa 50 €-Cent kann ich verkraften. Und doch fühlte ich mich von der grell leuchtenden Preisanzeige ein Stück weit verhöhnt.

Zur Kenntnis genommen und doch überrascht, dass das überhaupt so geht...

Frischluft-Arbeit

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Klar. Ich war schon froh, dass Bäder, Böden und Holzvertäfelungen schnell aus dem Haus geschafft waren. Die Helfer waren klasse und haben an einem Tag geschafft, wofür eigentlich zwei veranschlagt waren.

Gut. Aber auch das, was man aus dem Haus schafft, muss man ja auch irgendwann wieder wegschaffen. Und das ist einfacher, wenn alles ein bißchen nett gestapelt oder beisammen geschichtet ist. War es aber nicht, und so musste ich dann heute zusammenraffen, was die Kollegen dahin geworfen hatten. Im Klartext heißt das, eine gute halbe Tonne Baumüll aus dem Vorgarten aufzulesen, in handliche Kartons verpacken und für die Entsorgung vorbereiten. Das ganze dauerte dann zwar nur eine gute Stunde, aber bei -9°C und einbrechender Dunkelheit nicht wirklich eine lustige Sache.

Was wieder einmal bleibt ist die Erkenntnis, dass man durch vernünftige Planung Arbeit vermeiden kann: Dinge zweimal anzufassen macht keinen Sinn.

Allerdings habe ich die intensive Betätigung an frischer Luft genossen... Passt schon!

Emotionale Stationen

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2012_02_05_Haus.jpgNein, so richtig "meines" war es noch nicht, das Haus. Es war mein Elternhaus und ich bin dort aufgewachsen. Vor einigen Monaten habe ich es dann von meiner Mutter gekauft, um dort hin zurück zu kehren. Doch so richtig wollte es nicht "meines" werden.

Dann, als letzte Woche die Umbauarbeiten begannen, änderte sich die Situation: Mit dem ersten Wanddurchbruch war das Haus nicht mehr "das Haus", dass ich so lange kannte; es wurde "meines".

Im Laufe der Woche verschwanden viele noch im Haus verbliebene Erinnerungen: Böden, Fliesen, Holzvertäferlungen. Offen gestanden keine einfache Sache für mich, aber geplant und notwendig allemal.

Auf dem Weg zum "eigenen" gilt's emotionale Stationen zu nehmen...
Gemeinsam sind wir, mein Sohn und ich, stark: Gemeinsam konnten wir einen neuen Wasserhahn an der Küchenspüle montieren.

Für mich war es vierfach gut: Mein Sohn hat gesehen, dass man manches selber machen kann und wie es geht. Mein Sohn hat auch erfahren, dass es nicht alles so einfach ist und ein wenig Zeit braucht. Und wir haben endlich einen neuen, nicht tropfenden Hahn.

Wie gesagt. Eine Samstagsgeschichte - vierfach gut.

Auf die Bremse

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Nach einem Tag wie diesem hier, muss ich mir Mühe geben, das Tempo zu drosseln: Zunächst eine Baubesprechung, dann eine Besprechung bei einem Lieferanten, gefolgt von zahllosen Mails und vielen Gesprächen im Büro.

Dann zwei weitere Außentermine bei Lieferanten und Partnern und nach meiner Rückkehr   warten weitere Mails und ein ansehnlicher Stapel Papier auf dem Schreibtisch auf Erledigung.

Es gelingt vieles heute und ich kann am Abend zufrieden nach Hause fahren. Auch wenn es mir hier jetzt schwerfällt den Schwung aus dem Tag zu nehmen - ich stelle mich jetzt mit beiden Füßen auf die Bremse. Und das mit dem größten Vergnügen.

Schneller als ich dachte

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Ich ärgere mich mächtig. "50" steht in schlanken weißen Ziffern auf die Straße gemalt. "80" zeigt der Tacho in meinem Auto an, als der rot leuchtende Blitz mich aus meinen Gedanken reißt. Geblitzt!

'30 km/h zu viel' schießt es mir durch den Kopf? Innerorts? Wie war das noch mit dem Bußgeldkatalog? Warum kann ich mir solche Sachen nicht merken? Muss ich nicht, so was kann mir doch NICHT passieren.

Klartext:
26 - 30 km/h außerorts = 80 € Bußgeld und 3 Punkte
26 - 30 km/h innerorts = 100 € Bußgeld und 3 Punkte
31 - 40 km/h außerorts = 120 € Bußgeld und 3 Punkte und 1 Monat Fahrverbot auf Bewährung
31 - 40 km/h innerorts = 160 € Bußgeld und 3 Punkte und 1 Monat Fahrverbot

Ob "innerorts" oder "außerorts" beschäftigt mich, bis ich auf der Rückfahrt erkenne, dass dort nicht 50 sondern 60 km/h erlaubt sind.

Das heißt:
16 - 20 km/h innerorts = 35 € Bußgeld
16 - 20 km/h außerorts = 30 € Bußgeld

Ohne Punkte sieht das doch schon ganz anders aus. Und doch bleibt der überraschend fade Beigeschmack, dass mir so etwas DOCH passieren kann. Schneller als ich dachte...

Vielen Dnak

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Vielen Dnak und Grüße...

Mist. Wie oft habe ich das jetzt schon falsch geschrieben? Ich schätze bei jeder zweiten Mail unterläuft mir dieser Fehler. Und das nervt. Ich kann mir auch erklären, warum mir das immer wieder passiert. Das passiert immer dann, wenn es schnell gehen muss - und das muss es leider sehr häufig.

Um dem ein Ende zu setzen, habe ich mir selbst auferlegt, 50 x ganz ruhig und möglichst fehlerlos den Satz "Vielen Dank und Grüße" aufzuschreiben - quasi als Strafarbeit. Na denn:

Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dank und Grüße. Vielen Dnak und Grüße.

NEIIIIIN.....!!!!!

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