Neues in der Kategorie Marketing

Lässiges Unmarketing

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Hier ein weiteres Beispiel für Unmarketing. Meine Mutter ist eine ehrenwerte ältere Dame von mittlerweile 84 Jahren. Sie lebt aufgrund ihrer fortschreitenden Demenz in einem Pflegeheim. An die Adresse dieses Pflegeheimes schickt auch die Versicherung meiner Mutter die jährlich üblichen Rechnungen. So auch heute.

Überraschenderweise erhielt meine Mutter gemeinsam mit den beiden heute eingetroffenen Rechnungen Angebote für KfZ-Versicherungen. Die Rechnungsbeileger zeigen junge, gut gelaunte Leute in einem Cabrio auf der Landstraße, vermutlich irgendwo in Spanien. "Mehr Sicherheit, mehr Schutz und vor allem - mehr Service" lautet die Headline des Werbeschreibens.

"Mehr Service" sollte wohl aber zunächst intern bei der Versicherung walten: Versicherten, die im Alter meiner Mutter sind und zudem noch in einem Pflegewohnheim wohnen, muss man nicht wirklich eine Autoversicherung anbieten.

Übrigens: Würde die Versicherung die Daten, die sie hat, vernünftig auswerten und nutzen, wäre das hier sicher nicht passiert. Ich nenne das einmal "lässiges Unmarketing".

Simon

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2010_07_23_Simon.jpgSimon ist ein Hufschmied aus Münster, der erfolgreich in Schweden arbeitet, künftig aber in Bayern ansässig werden möchte. Er konnte gestern bei seinem ersten nationalen Schmiedewettbewerb einen hervorragenden dritten Platz erreichen.

Simon hat vor und nach seinem Wettkampf einen Teil seiner Zeit bei uns an unserem Messestand verbracht und Spuren hinterlassen: Ich habe selten einen Menschen in seinem Alter kennen gelernt, der so genau weiß, was er will und der die Wege, dies zu erreichen, so genau kennt wie er.

Nicht allzu oft begegnen uns Menschen, die uns so beeindrucken. Simon werde ich wiedersehen. Wie auch immer. Da bin ich mir sicher...

Mitten ins Herz

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2010_07_20_Wall Street Journal.jpgAls hätten wir gestern nicht gerade erst darüber nachgedacht, was im Hinblick auf den sich jüngst wieder intensivierenden Schlagabtausch zwischen Boeing und Airbus "gutes Marketing" ist, setzt Airbus heute - nach vielen diffamierenden Attacken von Boeing - noch einen drauf. Die europäische Ausgabe des Wall Street Journal erschien heute mit einem ungewohnten Umschlag, auf dem eine Dollar-Note mit einem Airbus A380 als zentralem Motiv abgebildet war.

Diese Darstellung ist in zweierlei Hinsicht brisant: Zum einen rechnet sie mit dem überaus zweifelhaften Vergabeverfahren für die vom Amerikanischen Militär angefragten Tankflugzeuge ab (Wert über 35 Mrd. US$), zum anderen revanchiert sich Airbus für die Schmäh, die Boeing seinerzeit aufgrund der Lieferverzögerungen des A380 über Airbus brachte, in dem sie in einer nie da gewesenen Blasphemie ihren Topscorer (allein Emirates bestellte nicht weniger als 90 Exemplare des A380!) auf einer Dollar-Note abbildeten, denn heute leidet Boeing mit ihrer 787 unter durchaus vergleichbaren technischen Problemen und heftigem Lieferverzug.

Ich denke, dass nach dieser Aktion (auf dem Titelblatt einer Ur-Amerikanischen Zeitung) einige Personen bei Boeing eine schlechte Nacht haben werden...

Die werde ich hoffentlich nicht haben. Morgen fliege ich nach Frankfurt, um dann zur nächsten Messe weiter zu reisen. Davon alsbald mehr auf diesem Kanal...

Boeing vs. Airbus

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2010_07_19_Farnborough Airshow_02.jpgNun sind wir wieder hier. Im beschaulichen Farnborough, 50 km westlich vom London und wir staunen nicht schlecht: Boeing hat es geschafft den Dreamliner 787 hier her zu bringen. Wider Erwarten wird er hier in einem Static Display (d.h. er steht nur da, fliegt nicht) vorgeführt; zum ersten Mal seit seinem Jungfern-Flug. Ebenso überraschend ist die neue Lackierung, die von der des Erstfluges deutlich abweicht. So wie sie da steht scheint die 787 eine ganz normale Maschine zu sein. Wenn sie es mal bloß nicht ist...

Dass der Dreamliner nicht fliegt, d.h. Teil des Flying Displays ist, wundert hier viele. Airbus hingegen dreht täglich seine Runden mit der A380 und - ganz selbstverständlich - mit seinem brandneuen Militärtransporter A400M.

So geht überzeugendes Marketing. Oder?

Zurück in Aachen

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Nach einem Tag im Büro - beim CHIO ist heute Ruhe- und Anreisetag für Pferd und Reiter - sind wir zurück in Aachen und haben zunächst das Zelt auf Sturmschäden untersucht. In den Vitrinen, die nahe der Zeltwand stehen, gab es einige Unordnung, aber das läßt sich morgen Früh mit wenig Aufwand richten.

Wärme hin - Wärme her: Im Büro war es heute nicht viel angenehmer, auch wenn wir das am Sonntag im Zelt brütend gedacht haben. Aber offenbar ist es wie im richtigen Leben: Das, was man gerade nicht hat, will und muss man gerade haben - denkt man.

Morgen machen wir das anders und genießen den Tag, unabhängig von der Witterung. Wann hat man schon mal die Gelegenheit an einem solch' exklusiven Ort arbeiten zu dürfen...

Eine Marke entsteht

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Ein Name, eine zielgruppenantizipierte Typo, eine einfühlsame Leitfarbe in Verbindung mit einer gleichermaßen eingängigen wie aussagekräftigen Botschaft - fertig ist eine neue Marke.

Eine Marke, die das Laufen draußen in der Welt der Adressaten noch lernen muss. Aber schon heute bringt sie alles mit, was sie dazu benötigt. Das können allerdings nur diejenigen beurteilen, die sie zu dem gemacht habe, was sie heute ist: Eine Marke.

Sie haben sie mit Inhalten, Botschaften und Benefits angereichert, bis sie das Zeug dazu hatte, eine Marke zu werden. Dazu braucht es Kenntnisse des Marktes und der zukünftigen Kunden, ihrer Wünsche und Bedürfnisse und es braucht Vision.

Gut zu wissen, dass man Menschen an seiner Seite weiß, die es verstehen alle an diesem Prozess wirkenden Kräfte zu einem Strang zu verspinnen. Dann erst wird aus Name, Typo, Farbe und Botschaft eine Marke.

Wetten? 

Ignore the following

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Nachstehende Mail erhielt ich heute:

Dear Colleague,

 

Trade Catalogue Entry Urgent Reminder

 

If you have already completed your free entry in the Farnborough International Airshow 2010 Official Trade Catalogue, thank you for doing so and please ignore the following. (...)


Wieder einmal frage ich mich, wie sich Anschreiben dieser Art in einer Zeit, in der wir in der Lage sind, komplexeste Datenmodelle in unseren Computern zu speichern, überhaupt noch rechtfertigen lassen. Der Messeveranstalter hätte ohne Probleme feststellen können, dass ich den in seiner Mail angeforderten Katalogeintrag längst in seinem Online-Buchungssytem erledigt hatte und hätte mir diese Mail nicht senden müssen. 


Aber offenbar ist es einfacher seine Kunden mit überflüssigen Mails zu malträtieren, als einen kleinen, feinen Filter ins System zu setzen - oder so er denn existiert ihn einfach nur zu nutzen - und vor Versand der Mail zu prüfen, für wen der Inhalt überhaupt von Belang ist.


Kommunikation kann nur dann erfolgreich stattfinden, wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Empfänger ein Interesse an der Botschaft hat. Wer sich diese Frage nicht stellt darf sich nicht wundern, wenn das Verständnis untereinander abnimmt und Kommunikation nicht mehr möglich ist. Denn dann heißt es leicht "please ignore the following".

2010_05_11_Boeing.jpgDie Seattle Times hat im Bereich "Business/Tech" eine eigene Rubrik für einen der größten Arbeitgeber der Region: Boeing. Das nenne ich wirtschaftsfördernden Patriotismus, an dem sich manche deutsche Publikation eine Beispiel nehmen könnte...
Ich freue mich heute über ein taufrisches und zugleich an Fahrlässigkeit kaum zu überbietendes Beispiel schlechter PR und undurchsichtiger Geschäftspolitik berichten zu können. Und leider gehöre ich selbst - wie viele andere - und ohne dass wir es hätten verhindern können zu den Opfern.

Nach heftigen Imageproblemen (Klagen gegen Preiserhöhungen, "Lustreisenaffaire") hatte der hiesige Energieversorger eine renomierte Werbeagentur beauftragt, eine Kampagne zu entwickeln, die das ramponierte Ansehen wieder herstellt.

Die verheißungsvolle Aussage des daraus entstandenen Motives lautete: "Heute geben wir Ihnen 185-mal unser Wort: Ab morgen lassen wir Taten sprechen."

Diesem vollmundigen Versprechen folgte dann unmittelbar die Pressemitteilung, dass man nun in den Discountmarkt einsteigen werde; dies allerdings nur außerhalb des eigenen Verbreitungsgebietes. Die Begründung dafür lieferte der Geschäftsführer postwendend: "Hier geht es doch lediglich darum, das Discount-Geschäft, durch das uns in unserer Region einige Kunden verloren gegangen sind, andernorts wieder zu kompensieren."

Hierbei handelt es sich - neben der Tatsache, dass es individuell für mich ein Ärgernis handelt - um den typischen Fall, dass Beiträge treuer Kunden für die Akquisition neuer Kunden verwendet werden.

Quersubventionen dieser Art gehört der Garaus gemacht.Ebenso wie den Geschäftsführern und kommunalen Vorständen, die allesamt in den Rathäusern sitzen und hier in NRW bald wieder gewählt werden wollen.

Na denn... Wir dürfen an dieser Stelle viel Glück wünschen; sie werden es brauchen.

Adobe epochal

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2010_04_12_Adobe.jpgFür alle Design-Päpste da draußen geht es endlich weiter: It's Adobe CS5 Time... Früher hätten sich an einem Tag wie heute Menschentrauben vor den Schaufenstern der Elektrohändler gebildet. Heute verfolgt ein jeder das epochale Ereignis daheim am PC.

Schade eigentlich...
2010_03_27_Osterhasen.jpgSie sind wieder da,
die Hasen der Hasen-Armada.
Hunderte derer,
mal leichter mal schwerer,
dicht gedrängt,
auf Tische gezwängt.

Dass Ostern so nah ist war mir gerade heute nicht bewusst. Erfreulich ist das: An Weihnachten werden wir ja bereits ab September auf das bevorstehende Ereignis vorbereitet. Ostern eine Woche vorher wahrzunehmen ist angenehm.

Marketers: Hier ist Verbesserungspotenzial...

Geschwätz von gestern

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Der Rückzug von Google aus China irritiert mich. Ich weiß nicht was ich denke oder glauben soll: Kann es denn wiklich sein, dass ein Gewinn orientierter Konzern wie Google einen Zunkftsmarkt wie China aufgrund ideologischer Entscheidungen aufgibt?

Sollte dies so sein dürfte das eine der seltenen ethischen Entscheidungen in der Wirtschaft sein. Aber offen gestanden - so recht glauben mag ich das nicht. Eines steht fest: Werbewirksam war diese Entscheidung allemal: Bis auf weiteres ist diese Maßnahme sicher weitaus einträglicher als das China-Geschäft.

Und was kümmert dann Larry Page und Sergey Brin ihr Geschwätz von gestern...

Erstaunlich

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2010_03_21_Apps.jpgEs kommt ja nicht allzu oft vor, dass die Werbung Botschaften der ungetrübten Wahrheit verbreitet; will sagen: Es stimmt lange nicht alles, was die Werbefritzen uns weiß machen wollen.

"100.000 Apps. 100.000 Möglichkeiten zum Staunen" stimmt dann aber doch: Es ist einfach phänomenal, wie der Tag durch die Finger verrinnt, während man sich mit einem iPhone und einem Bruchteil der postulierten 100.000 Apps vertraut macht.

Gestaunt habe ich da. Und wie... 

Schöner Zug

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2010_03_17_ICE.jpgSchöne neue Welt. Und wie oft beschweren wir uns darüber? Aber wer der Normalsterblichen  kann schon von sich behaupten, bei 299 km/h rückwärtsfahrend Exposés für Produktfilme schreiben zu dürfen?

Da nimmt man es gerne in Kauf, dass einem reihenweise Mäntel durchs Gesicht und allerhand Gepäck über die Schulter gezogen werden.

Mein Tipp: Haltet den Ellenbogen drin. Kommt im Flugzeug nur ab und zu ein schmerzhaftes Gerät den Gang entlang, hat man in einem Zug gute Chancen alle paar Minuten von einem Gepäckstück malträtiert und ernsthaft verletzt zu werden...

Schwedenhaus

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Da soll mir mal keiner mehr ankommen und behaupten, man könne auch erfolgreichen Unternehmen nicht noch eine weitere revolutionierende Diversifizierung verpassen: Ikea verkauft ab April Häuser.

Interessanter als das Angebot selbst sind die Kommentare dazu...

Fotos gibt's hier.

Verwechslung

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2010_03_04_Statistik.JPGIch frage mich, warum "aktuelle Produktinformationen" gute 55 % der Nutzer von Firmenhomepages und Social Networks sehen wollen, während sich für "Posts aus der Produktentwicklung" - hier sprechen wir über unfertige Produkte - nur knappe 35 % aussprechen? Tröstlich: "Witziges aus dem Arbeitsalltag" befindet sich in der selben Mengenkategorie. "Nomen est Omen" - offenbar sind die Inhalte vergleichbar.

Wieder geschafft

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Auch wenn es sich nach Kräften gewehrt hat: Wir haben den Ritt auf dem blauen Monster überlebt. Von Glück erfüllt - mehr ist nicht drin.

Große Tage

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"Große Tage." Gibt es nicht gelegentlich, sondern eher selten. Selten sind große Tage daher ein Genuss. Heute jedenfalls.

Arbeiten wir nur für den Moment? Es wäre ernüchternd, aber allzu verständlich...

Journalismus

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"Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Er wird deshalb oft als vierte Gewalt im Staat bezeichnet (vgl. Fabris 1981). (...) Auf gesellschaftlicher Ebene charakterisiert sich der Journalismus durch professionelle Fremdbeobachtung verschiedener Gesellschaftsbereiche. Themen mit Aktualität, Faktizität und Relevanz stellt er durch Publikation für die öffentliche Kommunikation zur Verfügung."

Besser als Wikipedia kann ich es nicht beschreiben, was auch ich unter Journalismus verstehe. 

"Der Journalismus ist permanent in Bewegung, sein stetiger Wandel schafft jeder Journalistengeneration neue Probleme und neue Herausforderungen" heißt es ebenso und das ist wahr: Insbesondere Fachzeitschriften tun sich schwer differenzierend zu berichten. Sie sind häufig von Einnahmen aus Anzeigenverkäufen abhängig und können es sich nicht leisten journalistisch unabhängig und kritisch zu berichten. Allerdings ist dies eine Grundvoraussetzung für jede publzistische Arbeit: Sie soll Stellung beziehen und Meinung bilden.

"Dies unterscheidet den Journalismus insbesondere von Public Relations, Werbung und Literatur" heißt es bei Wikipedia weiter.

Ist dies nicht gegeben, ist auch die Daseinsberechtigung der Zeitschrift in Frage gestellt, denn dann existiert sie nur noch um ihr selbst Willen. Und für einen Anzeigenkunden ist sie gänzlich unattraktiv.

Aber macht das mal dem Redakteur klar, der "everybodys darling" sein möchte; er wird unweigerlich als "everybodys asshole" enden...

Heute Abend

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2010_02_28_Messe.jpgMan hat alles richtig gemacht, wenn die Gäste zur Standparty kommen, ohne Gruß sich ihrer Jacken und Taschen entledigen, den Blick durch das weite Rund des Messestandes schweifen lassen und sagen: "Ihr seid einfach die Geilsten!"

Und wisst Ihr was? Heute Abend sind wir es auch.

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