"An alle Konditoreibetriebe" titelte kürzlich ein Stellengesuch in der Tageszeitung. "Ich, weiblich, 21 Jahre habe gerade meine Gesellenprüfung als Konditorin bestanden. Ich suche einen Betrieb, in dem ich mein Erlerntes festigen und vorhandene Lücken beseitigen kann. Ich will kein Gehalt - nur die Möglichkeit zu lernen, Versichert bin ich. Es entstehen Ihnen keine Kosten. Wer hilft mir?"
Ich frage mich, ob die junge Dame einen (unbezahlten) Job gefunden hat...?
"Hallo zusammen" grüßte ich die beiden älteren Damen, die mir heute beim Laufen begegneten, "und vielen Dank!" dafür, dass sie mir den Weg frei machten. Freundlich lächelten sie mich an, als ich an ihnen vorbei lief.
Etwa 30 Minuten später traf ich auf dem Weg zurück erneut auf eine der beiden Spaziergängerinnen. Als sie mich erkannte strahlte sie mich an, hob ihren Schirm in die Höhe, zeichnete ein großes "O" in die Luft und rief mir zu "einmal rund herum?"
"Einmal rund herum" bestätigte ich und genoss diesen einzigartigen Moment.
Nach drei Wochen auf Reisen bin ich nun zurück zu Hause. Ich habe viele nette Menschen getroffen und viel erlebt. Was bleibt ist aber auch die Erkenntnis, wie angenehm das eigene Sofa daheim sein kann...
Habe ich gestern erst nicht klug über Weck/Zeiten/Uhren referiert? Heute weiß ich: Man kann nicht so dumm denken, wie es kommt.
Gestern Abend habe ich meinen Wecker für den nächsten Morgen neu gestellt. Als er mich - wie geplant um 6:06 Uhr (komische Zeit, aber es gibt Gründe für diese Wahl) weckte, stand ich auf und ging ins Bad, duschte und rasierte mich in aller Ruhe und putzte mir gründlichst die Zähne. Ich hatte ja Zeit. Als ich aus dem Bad kam war es 7:35 Uhr und damit höchste Zeit fertig zu werden.
'Wie um alles in der Welt' fragte ich mich, 'konnte ich eineinhalb Stunden im Bad verbringen, wobei es mir wie ein halbe Stunde vorkam?' Ganz einfach: Ich hatte das Handy nach meiner Rückkehr nach Deutschland nicht auf lokale Zeit umgestellt. Dadurch hat es mich eine Stunde zu spät geweckt.
Ausgleichende Gerechtigkeit? Ich denke nicht. Es handelt sich eher um die Tücken der modernen Zeit.
Manchmal geschehen schier unglaubliche Sachen. So auch heute. Und dann gleich doppelt: Erstens: Es ist ungewöhnlich, dass ich bereits früh am Morgen das Blogthema für den Tag erkenne. Zweitens: Das Blogthema, das ich heute so unerwartet früh erkannte war ebenso ungewöhnlich wie der Zeitpunkt, zu dem ich es feststellte.
Da ich heute von England zurück nach Deutschland zur nächsten Messe reisen würde und ja auch rechtzeitig am Flughafen in London sein müsse, entschloss ich mich zeitig aufzustehen um mich dann - von einem geschätzten und zugleich bedauernswerten Kollegen - ebenso zeitig nach London bringen zu lassen. Im Klartext hieß dies: Wecker auf 4:45, 6 Uhr Abfahrt.
Also habe ich mein Handy (das sich ganz selbstverständlich und ganz sicher in der korrekten Zeitzone befand) entsprechend programmiert. Als mich nun das Handy um 4:45 weckt, zeigt meine neben dem Handy liegende Armbanduhr 3:45 an.
Durch diese variierenden Zeitangaben verunsichert bemühe ich mich klar zu denken: Die mechanisch angetriebene Armbanduhr kann bestenfalls stehen bleiben (aber sie lief) und kann selbstständig nicht ihre Einstellung änderen. Das elektronisch-undurchschaubare iPhone hingegen birgt ein gewisses Eigenleben in sich, das ich nicht zu durchschauen vermag. Vor allem, weil auch ich durch Bedienerfehler bedingt immer wieder zu vermeintlichen Störungen beitrage.
"Logisch" dachte ich und folgerte gleichsam Risiko bewusst wie auch bequem, dass ich noch eine Stunde schlafen könne. Was ich dann auch grübelnd tat.
Es bleibt wohl - wie so oft im richtigen Leben - ein ungelöstes digitales Mysterium...
Ein besonderer Tag geht zu Ende, wenn gleich ein wenig hektisch bzw. unter Zeitdruck. Aber die Dinge laufen zusammen und das ist gut so.
Wenn schließlich lang ersehnte Wünsche erfüllt werden, wenn lang gehegt Pläne aufgehen und sich lang verehrte Menschen die Ehre geben, dann darf man getrost von einem "besonderen Tag" sprechen.
Hektisch und unter Zeitdruck all' dies, weil ich morgen Früh bereits wieder auf Reisen sein werde und dadurch heute alles im Laufschritt abgewickelt werden musste. Sogar Herrn Mann und seiner Earth Band konnten wir nicht bis zum Ende lauschen...
Dennoch vermittelt dieser Tag das gute Gefühl, das ihn zu einem "besonderen Tag" macht.
Nach einem Tag im Büro - beim CHIO ist heute Ruhe- und Anreisetag für Pferd und Reiter - sind wir zurück in Aachen und haben zunächst das Zelt auf Sturmschäden untersucht. In den Vitrinen, die nahe der Zeltwand stehen, gab es einige Unordnung, aber das läßt sich morgen Früh mit wenig Aufwand richten.
Wärme hin - Wärme her: Im Büro war es heute nicht viel angenehmer, auch wenn wir das am Sonntag im Zelt brütend gedacht haben. Aber offenbar ist es wie im richtigen Leben: Das, was man gerade nicht hat, will und muss man gerade haben - denkt man.
Morgen machen wir das anders und genießen den Tag, unabhängig von der Witterung. Wann hat man schon mal die Gelegenheit an einem solch' exklusiven Ort arbeiten zu dürfen...
Ja gut. Eigentlich steht der Genügsamkeit immer der Ehrgeiz im Wege. Und Ehrgeiz - in Maßen, wie alles im richtigen Leben - ist ja an sich auch gar nichts Negatives: Er bringt uns weiter, fordert Entwicklung wo Bequemlichkeit Stillstand anempfiehlt. Oder eben Genügsamkeit.
Aber mit realistischer Wahrnehmung erkennen wir Grenzen. Situationen, in denen es nicht mehr weitergeht oder weitergehen muss. Diese Grenzen zu erkennen allein genügt freilich nicht. Sie gehören auch akzeptiert. Dann, erst dann kann man von Genügsamkeit sprechen: Mit dem zufrieden sein, was erreicht wurde. Würdigend auf seine eigenen Leistungen zurück blicken, auch wenn sie schließlich endlich waren.
Genügsamkeit heißt auf spanisch übrigens "Austeridad"...
Manchmal hilft nur Zwang zur Erkenntnis. Das ist meist auch im richtigen Leben so.
In den letzten Wochen konnte ich berufs- und verletzungsbedingt keinen Schritt laufen. Selbst das Gehen fiel mir zeitweise schwer. Um so mehr habe ich diejenigen beneidet, die ihrem Training wie gewohnt nachgehen konnten oder einfach das schöne Wetter bei einer lockeren Laufrunde genießen konnten.
Mit Abklingen meiner Fußverletzung fasste ich den Entschluss die Standfestigkeit der Genesung auszuprobieren. Frohen Mutes geplant und auch während des Umziehens noch voller Tatendrang machte ich mich auf die knapp 5 km lange Tour; nicht mit locker federndem Schritt, sondern von Beginn an auf "ankommen" ausgelegt. Die äußeren Bedingungen waren bei knapp 20°C in warmen Licht der Abendsonne ideal.
Und wie ich dann so laufe kommt keine rechte Freude auf: Zwar fällt es mir nicht schwer und mir tut nichts weh (auch der Fuß hält), aber so richtig rund mag es nicht laufen. Es dauert eine ganze Weile bis ich heraus gefunden habe, was nicht stimmt: Es ist meine Einstellung zu diesem Lauf, ich habe plötzlich einfach keine Lust und es ist mir lästig, dass ich Laufen muss.
Zunächst hilft mir diese Erkenntnis nicht wirklich weiter. Aber je näher ich meinem Ziel komme, desto mehr weiß ich zu schätzen, dass ich wieder Laufen KANN.
Als ich zu Hause ankomme überwiegt dann die Freude, dass ich die erste Runde seit Wochen locker und ohne Komplikationen absolvieren konnte. Letztlich freue mich auf den Muskelkater, den ich morgen sicher haben werde und bin dankbar für diese erzwungene Erkenntnis
Eigentlich wollte ich heute - durch einen Post in Facebook motiviert - über mein Jahrzehnte altes (mindestens 35 Jahre alt), selbstgebautes Rollbrett (es gab damals ja nichts und wir hatten nichts und wir bezeichneten das, was wir uns bastelten, so wie es uns in den Sinn kam und überhaupt gab es damals noch gar keine Skateboards und deshalb nannten wir es kurz Rollbrett, denn das war es ja auch) schreiben. Aber dann kam das 4:0, das alles andere heute geschehene in den Hintergrund drängte.
Was für ein Spiel. Das war ja eine Dramaturgie wie zu Schumis besten Zeiten: Früh führend, überlegen nach Belieben und jederzeit Herr der Lage. Das, was dieses deutsche Team heute gezeigt hat lässt mich (nun endlich) vom Titel träumen. Sehr beeindruckend.
Das meint auch mein Kumpel Huttie, der mir simste, er sei nun Fan (was er vermutlich nie werden wollte). Und mein Freund Paul mailte aus England: "Germany on fire". 'Ja,' denke ich 'da hat er wohl recht' und über das Rollbrett werde ich dann ein andermal berichten...
Endlich Post vom Amtsgericht: Ladung zum Scheidungstermin! Wie oft habe ich nach Einreichen der Scheidung vergeblich in den Briefkasten nach einer Nachricht vom Gericht geschaut? Nicht weil ich die Scheidung herbei gesehnt habe, sondern weil wir - meine verehrte zukünftige Ex-Frau und ich - die ganze Angelegenheit endlich zu einem Ende bringen wollten.
Und dann gibt sich die Ironie des Schicksals die zweifelhafte Ehre: Am Ladungstermin bin ich durch eine Auslandreise verhindert und kann nicht zur Verhandlung erscheinen. Der nächste verfügbare Termin - so das Gericht - kann frühestens im September stattfinden, aber nur an einem der Dienstage.
So werden wir dann noch einen weiteren Hochzeitstag feiern können. Unfreiwillig. Und da ich im September bereits 2 von 4 Dienstagen auf Reisen bin, bin ich nicht sicher, ob wir dann nicht noch ein weiteres Jahr ein Ehepaar bleiben (müssen)...
Was für ein Tag. Oder besser: Was für eine Woche. Eigentlich ist in Bezug auf das was "was für ein Tag" oder "was für eine Woche" ausmacht, nichts von solcher Bedeutung, dass es wert wäre in einem Blog verarbeitet zu werden. Dennoch scheint die Summe all' dessen auszureichen, dass es einem Blog am Freitag genügt.
Zwar war die Woche überwiegend vereinnahmend, kräftezehrend und gewiss erschöpfend, aber sie barg genügend Abwechslung, dass sie nicht langatmig wurde.
Also denke ich, ich sollte dafür dankbar sein, Diese Dankbarkeit sollte ich dann vielleicht künftig als Dankbarbeit bezeichnen...
Was ist das bloß für eine Welt, in der ich um diese Zeit - etwa gegen 20 Uhr - vor drei Monitoren sitze um ein PDF auszudrucken, das ich per Mail zugeschickt bekommen habe?
Nun, die Situation ist leicht erklärt, aber nicht so einfach nachzuvollziehen:
An Computer "1" suche ich das PDF, das ich wie gesagt geschickt bekommen habe. Aber es ist nicht mehr im Posteingang meines eMail-Accounts: Ich muss es am Freitag, als ich es erhielt, lokal auf dem Laptop (der Computer "2", auch in meiner unmittelbaren Umgebung) gespeichert haben, weil es vertrauliche Inhalte enthielt.
Also starte ich das Laptop (Computer 2), um die fehlende Datei per eMail an mich selbst zu senden und sie dann von Computer 1 zu drucken. Was Ihr nicht wissen könnt: Computer 2 hat noch keinen Druckertreiber. Aber den zu installieren - dachte ich - dauert zu lange.
Auf Comuter 2 will aber der eMail-Account nicht richtig starten, weil ich ja auf Computer 1 bereits angemeldet bin. Auch das Schließen des eMail-Programms auf Computer 1 bringt nichts: Das Programm ist eingeschnappt, im reinen Wortsinn.
Mit dem Stick hole ich mir letztlich die Datei und drucke sie aus. Wie unspektakulär. Dabei sieht es um mich herum aus wie im NASA-Kontrollzentrum.
Computer 3 übrigens steht ganz rechts außen und liefert mir zu meiner Erbauung und Erhaltung meiner Restarbeitswut Musik. Das Tolle ist: Ich kann Computer 3 mit meinem iPhone fernsteuern, was allerdings gerade jetzt wenig Sinn macht, denn ich sitze ja unmittelbar davor.
Die Musik übrigens dröhnt im Wohnzimmer und nicht im Arbeitszimmer (temporäres NASA-Kontrollzentrum), ein faux-pas, an dem ich noch arbeiten muss...
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