Nein, keinesfalls möchte ich nicht länger der Zwangstester von eilig vermarkteter Software sein. Viel zu oft schon habe ich Stunde um Stunde sinnlos und ohne Erfolg vor dem Rechner verbracht. Dass es heute wieder passiert ist sei der Lust an der Sache geschuldet: Das USB-Keyboard versprach unseren Musikproduktionen weitere Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Zwar war auch mein Sohn enttäuscht, dass wir so viele Startprobleme hatten und uns schließlich mit einem Kompromiss zufrieden geben mussten, doch so recht verstehen konnte er meine Verärgerung nicht. Also erläuterte ich ihm, dass zum Beispiel ein neues Auto, dass so viele Fehler, wie die von uns eingerichtete Software aufwies, kaum vom Hof des Händlers fahren könne.
Das leuchtete ihm dann auch ein sagte er. Und überhaupt wolle auch er kein Zwangstester sein, sagte er, keinesfalls!
Ich mag es ungern zugeben, aber genau so wie hier beschrieben hat es sich zugetragen:
In der vergangenen Woche wollte ich mich gemeinsam mit einem Kollegen um die Musik zu einem neuen Video kümmern. Wir entschieden, dass wir den vergleichsweise einfachen Track selbst erstellen und wählten dazu die Software "Garage Band" aus: Dank ihrer vielfältigen Instrumente und der einfachen Bedienung wollten wir hiermit schnell einige knackige Beats programmieren.
Das Problem jedoch war, dass wir beide noch nie mit dem Programm gearbeitet hatten. Zudem fehlte uns beiden die Zeit uns umfassend in die Bedienung einzuarbeiten. Daher schlug ich vor, dies meinem Sohn zu überlassen. Erfahrungsgemäß benötigt er viel weniger Zeit, um herauszufinden, wie ein solches Programm bedient wird.
Gesagt - getan. Nach wenigen Minuten war Nicolas klar, wie Garage Band funktioniert und er konnte mich am späten Nachmittag bereits in die Geheimnisse der Musikproduktion einweihen.
Für mich, der ja nun selbst schon mit Computern groß geworden ist, ist es immer wieder faszinierend, wie leicht und schnell unsere Kinder sich in Programme dieser Art einarbeiten. Irgendwie sind die Strukturen ihrer Köpfe mit denen der Computerprogramme abgeglichen.
Wir Eltern sollten uns das ruhig zu Nutze machen: Vielleicht kommen wir in pubertären Auseinandersetzungen mit den Kids einer Lösung näher, wenn wir in deren Köpfen im Menue "Extras" den Auswahlpunkt "Optionen" anwählen, um dort dann bei "Go crazy (pubertär)" das Häckchen aus der Checkbox nehmen....
In den letzten Tagen habe ich Zeit gefunden an einem meiner musikalischen Träume zu arbeiten: Ein Weihnachtslied schreiben und aufnehmen. Nun, um ehrlich zu sein, wer sich mit Computern und Musik ein wenig auskennt, weiß dass dies heute kein großes Ding mehr ist. Nichts desto trotz: Auch ein Stück Musik so hergestellt will erst einmal gemacht sein.
Die Rohversion habe ich heute am 3. Advent meinen schärfsten Kritikern vorgestellt - meinen Kindern und meiner Partnerin - und alle haben übereinstimmend ihre Anerkennung zum Ausdruck gebracht. Das wiederum bestärkt mich auf dem richtigen Weg zu sein.
Ich werde also an meinem kleinen Song im Laufe der Woche noch ein wenig feilen und ihn dann zum 4. Advent hier veröffentlichen. Bis dahin wird nur soviel verraten: Er wird "Have a cool Xmas" heißen und eben davon handeln...
Eins, zwo, eins, zwo, drei, vier...
Ich weiß gar nicht wie ich heute anfangen soll. Vielleicht so:
Überrschung sondergleichen.
Aber so überraschend war das dann auch nicht. Vielleicht dann so:
Ein Traum wird wahr.
Aber erträumt habe ich mir das auch nicht. Es ist dann einfach so passiert. Dann also so:
Dinge passieren die passen.
Passt. Aber was ist passiert? Nun nichts Besorgnis erregendes, vielmehr etwas Überraschendes, was ich mir so tatsächlich nicht hätte besser beisammenträumen können.
Ich habe heute - nach längerer Zeit - mit einem meiner ganz alten Freunde telefoniert. Einer von denen, die man 4 Jahre nicht sieht und hört und man dennoch sofort wieder etwas von dem fühlt, was einen viele Jahre (zuvor) verband: Freundschaft.
Die Rede ist von Manuel. Manuel ist ein begnadeter Gitarrist und immer ein ausgesprochen feiner Kerl. Ich hatte das Vergnügen ein paar Auftritte mit Manuel auf den Bühnen zu stehen, obwohl er in einer absolut anderen Liga spielte. Unsere Freundschaft ging so weit, dass ich ihn zu meinem Trauzeugen machte. Dass die Ehe nicht hielt war nicht sein Fehler.
Auf der Suche nach einem Gitarrenlehrer wandte ich mich kürzlich an die hiesige Musikschule, jenen Verein der mich - meine Eltern flugs zu Erfüllungsgehilfen gemacht - weiland quälte, wofür ich heute allen daran Beteiligten dankbar bin. Dort erfuhr ich, dass Manuel einer ihrer Dozenten ist. Beinahe platzend neugierig und nicht weniger aufgeregt rief ich ihn an um herauszufinden, ob er meinen Sohn unterrichten mochte.
Manuel freute sich von mir zu hören. Zu meiner freudigen Überraschung hatte er gerade noch einen Termin frei, an dem er Nicolas schulen könne. Und natürlich würde er sich ganz besonders freuen, den Sohn eines alten Freundes unter seine Fittiche zu nehmen.
Ich hätte mir keine bessere Möglichkeit vorstellen können, und hätte ich mir in meinen Träumen ausgemalt, wer denn nun Nicolas' Gitarrenlehrer sein könnte, ich hätte mir keinen anderen erträumt als meinen Freund Manuel.
Nun, für Außenstehende mag diese Konstellation weniger faszinierend sein, als für mich: Die Geschichte ist nicht wirklich überraschend und ein Traum wurde auch nicht wahr. Aber manchmal passieren einfach geniale Geschichten, oder?
Auch mein Sohn Nicolas hat dann an diesem Wochenende sein Glückserlebnis gehabt: Die langersehnt E-Gitarre wurde endlich "Sein"!
Klar dass das Instrument umfassend und ausdauernd ausprobiert wurde, so lange es die Haut an den Fingerspitzen von Nicolas mitmachte. Und genau das war dann eher der limtierende Faktor des Spiels, als die Nerven der Zuhörer: Die ersten Riffs kamen durchaus amtlich.
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