Nach einem Tag wie diesem hier, muss ich mir Mühe geben, das Tempo zu drosseln: Zunächst eine Baubesprechung, dann eine Besprechung bei einem Lieferanten, gefolgt von zahllosen Mails und vielen Gesprächen im Büro.
Dann zwei weitere Außentermine bei Lieferanten und Partnern und nach meiner Rückkehr warten weitere Mails und ein ansehnlicher Stapel Papier auf dem Schreibtisch auf Erledigung.
Es gelingt vieles heute und ich kann am Abend zufrieden nach Hause fahren. Auch wenn es mir hier jetzt schwerfällt den Schwung aus dem Tag zu nehmen - ich stelle mich jetzt mit beiden Füßen auf die Bremse. Und das mit dem größten Vergnügen.
'So, fertig' denke ich, als ich den letzten Textabsatz des komplexen Aufsatzes in den Fragebogen kopiere. Fast 2 Tage habe ich an der Umstrukturierung des Artikels gearbeitet und - ehrlich - ich bin wirklich erleichtert, dass ich dieses Monster endlich säuberlich tranchiert zu den Akten legen kann.
Als ich dann das Formular ins Netz laden will, stelle ich fest, dass ich die falsche Vorlage benutzt habe. Eine folgenschwere Verwechslung.
'Zurück auf "Los"', denke ich und bin froh, dass mir dies in meiner Freitagslangmut passiert...
Eine schicken, zwei erhalten. Sisyphos lässt grüßen.
Nach 40 empfangenen Mails und 48 Beantworteten fehlen mir offen gestanden ein wenig die Worte. Vor allem weiß ich nicht, warum ich mehr Nachrichten bearbeitet habe, als ich erhalten habe...
Mache ich da was falsch?
Diese absolut ultimativ innovative Idee lasse ich mir patentieren.
Aber Euch kann ich es ja vorher verraten. Ich habe heute herausgefunden, wie man lästige Einkaufsbummel mit der Liebsten im Keim ersticken kann: Verstecke in ihrer Handtasche eines dieser neuen, textilen Sicherheitsetiketten. Dann wird jedesmal, wenn sie ein gesichertes Geschäft betritt oder verlässt ein Alarm ausgelöst. Und das nervt. Nicht Euch, sondern Eure bessere Hälfte.
Ihr dürft sicher sein, dass Eure Liebste schnell die Lust am Bummel verliert und nach Hause möchte. Und Ihr dürft ebenso sicher sein, dass ich ein Produkt gefunden habe, das sich im Internet millionenfach verkaufen lässt.
Aber nicht weitersagen...
Nun, nachdem die Arbeitswoche zu Ende ist, fällt beim Blick zurück wieder einmal auf, dass es eine ereignis- und arbeitsreiche Woche war; und das nicht ohne Grund: Auch die letzten Tage standen ganz im Zeichen eines großen Projektes, das bis Ende Februar abgeschlossen sein muss.
Seit einigen Monaten schon arbeiten wir auf dieses Ereignis hin. Erwartungsgemäß nimmt der Druck zum Ende der Umsetzung hin zu. Nicht, weil man etwa schlecht geplant hat, sondern weil das einfach und immer so ist.
Irgendwann - ganz unausweichlich - beschleicht einen dann auch langsam aber sicher das Gefühl, dass man vielleicht doch nicht alles in den wenigen, noch zur Verfügung stehenden Wochen geschafft bekommt. Der Zeitdruck und die Nervosität nehmen sukzessive zu. Ist so.
Dennoch kann ich der immer knapper werdenden Zeit etwas Positives abgewinnen: Je weniger Zeit bleibt, umso eher ist der ganze Kräfte zehrende Spuk dann auch vorbei. Und so ist das dann auch.
Schön ausgehen, sich einen Abend bei gutem Speis und Trank verwöhnen lassen - wem gefällt das nicht. Doch was sich für uns Gäste so romantisch und angenehm anfühlt, bedarf im gastronomischen Hintergrund akribischer Planung und präziser Ausführung.
Wir konnten uns davon überzeugen, als wir kürzlich einen Moment an der Theke eines vollbesetzen Speiselokals warten mussten. Was dort zwischen Küche, Theke und Service ablief erinnerte an die Kommandos, die zum Landen eines Flugzeuges auf einem Flugzeugträger benötigt werden: Schnell, deutlich und unmissverständlich kommunizierten die Mitarbeiter des Restaurants miteinander und stellten damit den reibungslosen Ablauf des Abends sicher.
Mir wurde klar, dass diese sorgfältige Genauigkeit grundlegende Ursache für mein Wohlbefinden sein musste. Und so genau scheint es zugehen zu müssen, damit es sich für und angenehm anfühlt.
Wenn man mal ausführlich darüber nachdenkt, ist das in vielen anderen Bereichen des Lebens genau so: Im Urlaub, im Beruf, in der Medizin und auch im Privatleben sollten wir uns um Klarheit und Berechenbarkeit sorgen. Sicher; wir müssen zwar nicht täglich Flugzeuge auf Flugzeugträgern landen, aber wir haben eine nicht minder wichtige Aufgabe: Den Umgang mit unseren Mitmenschen. Verhalten wir uns dabei ebenso akribisch sorgfältig, teilen wir uns ebenso klar und unmissverständlich mit, dann dürfen wir auch im Zwischenmenschlichen mit einem reibungslosen Ablauf rechnen.
Zu lange im Büro, zu viele Baustellen daheim. So kurz vor Weihnachten wird es noch einmal richtig eng.
Warum überrascht mich das eigentlich immer wieder?
Im Büro trinke ich bisweilen gerne zwischendurch eine Tasse Kaffee. Dafür habe ich mir eigens eine Senseo-Kaffee-Maschine gekauft.
Bei dieser Kaffee-Maschine kann man verschiedene Einstellungen vornehmen. So kann man beispielsweise eine kleine, zwei kleine oder eben eine große Tasse Kaffee zubereiten. Eine kleine Tasse genügt mir nicht, bei der Einstellung für eine Große ist mir der Kaffee zu dünn. Daher stelle ich die Maschine meist auf eine große Tasse ein, unterbreche den Brühvorgang aber kurz vor dem Ende, sagen wir bei etwa 75%.
Dadurch, dass ich die Maschine manuell bei 75% ausschalten muss, muss ich natürlich auch daneben stehen bleiben und warten, bis der gewünschte Füllstand in der Tasse erreicht ist. Diese Wartezeit übersteigt häufig meine Geduld und ich versuche - während der Kaffee durchläuft - schnell noch das eine oder andere zu erledigen.
Heute habe ich mich gefragt, ob das überhaupt Sinn macht: Die Brühzeit ist eher kurz und nicht selten kann ich das, was ich dann schnell noch erledigen will nicht schaffen. Und 'halb erledigt' nutzt auch nichts. Ich bin dann zu der Erkenntnis gekommen, dass es durchaus vernünftig ist, an der Kaffeemaschine stehen zu bleiben und zu warten, bis die Maschine abgestellt werden kann. Während dessen kann ich kurz zur Ruhe kommen und mir überlegen, was ich als nächstes machen werde.
Übrigens: Die Wartezeit beträgt nur etwa 30 Sekunden. Zu wenig Zeit etwas Neues anzufangen, aber genügend Zeit sich auf das Nächste vorzubereiten. Ich denke, jeder von uns hat so eine Art Kaffeemaschine in seinem täglichen Leben, oder?
Wenn man umzieht, sei es mit dem ganzen Hausstand oder nur mit dem Büro, hat man immer eine Menge Arbeit, aber auch die Chance, sich einiger überflüssiger Dinge zu entledigen.
Dass mir das heute im Rahmen meines Büroumzuges gelungen ist, freut mich. Auch in diesem Fall bewahrheitet sich wieder: Weniger ist oft mehr!
Zum gestrigen Tag ist noch ein Gedanke hinzuzufügen: Ein Freund rief mich abends an und stellte mir folgende Frage: "Wie kann es sein, dass ein einziger Gesprächstermin meine gesamte Wochenplanung durcheinander bringen kann?"
Er eräuterte dazu, dass es sich bei dem Gesprächstermin um eine ganz normale und formell richtig geplante Diskussionsrunde gehandelt habe, die überdies auch noch außerordentlich produktiv gewesen sei. Daraus hätten sich auch keine neuen, unmittelbar zu erledigenden Aufgaben ergeben, und dennoch müsse er alle weiteren Termine der Woche, vor allem die Privaten, verschieben und zum Teil aufgeben. Denn dadurch, dass sein Termin am Nachmittag länger als erwartet andauerte, konnte er die nachfolgende Verabredung nicht wahrnehmen und musste sie auf den Folgetag verschieben. Doch auch für diesen Zeitraum hatte er schon Vorhaben geplant, die ihrerseits wiederum auch verschoben werden mussten. Der daraus entstehende Dominoeffekt war dann nicht mehr aufzuhalten, die Wochenplanung dahin.
Nach einiger Erörterungen kamen wir schließlich zu der Erkenntnis, dass
er die Woche wohl doch ein wenig zu stramm geplant hatte. Letztlich bemühte er ein treffendes Bildnis: "Weißt Du, wenn die Hose schon stramm sitzt, darf man halt nicht mehr zunehmen..."
Wohl wahr...
An einem Freitag wie er im Buche steht, kann mich eigentlich nichts mehr überraschen: Insbesondere, wenn es bereits Montag wieder auf Reisen geht, muss ich mit mehr Dingen fertig werden, als wirklich möglich. Offen gestanden - nicht alles ist gelungen. Aber der Versuch allein war sicher ehrenwert genug.
Jetzt gilt dem bevorstehenden Wochenende die ganze Konzentration. Aber dazu morgen mehr...
Was macht man nach einem illustren Tag, wenn man abgespannt und ohne das erreicht zu haben, was man erreichen wollte, nach Hause kommt? In der Tasche noch Arbeit für den Abend, auf dem heimischen Schreibtisch noch Dinge, die zu erledigen sind (ganz zu schweigen vom Büroschreibtisch), in petto, das Montagstraining geschwänzt zu haben und auf dem Balkon 15 Minuten bis zum Sonnenuntergang?
Richtig: 15 Minuten Auszeit. Dann wird es eh' langweilig und man kann locker an die Heimarbeit gehen.
Unbedingt ausprobieren!
Der Horror dauert vier Tage, vier Tage noch bis zum Spätsommerkurzurlaub. Vier Tage, die es in sich haben werden; ist es doch immer eine Herausforderung alles bis zum letzten Arbeitstag so weit zu bekommen, dass man eine Woche das Büro sich selbst überlassen kann.
Die kommende Woche erscheint bereits jetzt als ein hoffnungsloses Unterfangen: Termin reiht sich an Termin, für's Tagesgeschäft bleibt kaum Zeit. Und Rückstände aus den Vorwochen wollen auch noch bearbeitet werden.
"Augen zu und durch", sollte die Maxime sein, es wird schon irgendwie gut gehen. Das Gute daran ist: Nach der Traufe folgt der Urlaub...
Auf geht's!
Als ich neulich in die Telefon-Warteschleife bei unserer Werbeagentur geriet, hörte ich dort eine - für eine Werbeagentur - ungewöhnlich gewöhnliche Pausenmusik, irgend eine Melodie, die es kostenlos zur Telefonanlage dazu gibt. Bei einer Spedition oder beim Notar um die Ecke hätte ich mich über diese einfache Musik nicht gewundert, aber bei einer Werbeagentur schon.
Als sich meine Gesprächspartnerin dann schließlich meldete, sprach ich sie auf die schnöde Musik an. Sie entgegnete, dass ihnen bewusst sei, dass diese Mucke einer Agentur - vor allem ihrer Agentur - nicht würdig sei. Allerdings, so räumte sie ein, sei ihnen das nicht so wichtig, schließlich müssten die Mitarbeiter der Agentur die Musik selbst ja nicht hören.
Wieder einmal eine für unsere Agentur - wie gewöhnlich - ungewöhnliche Antwort.
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