Der Erwerb eines neuen technischen Gerätes an sich ist nichts besonderes. Mysteriös wird er erst dann, wenn die Installation des selben, für die man - basierend auf fundierten Erfahrungswerten - mehrere Stunden veranschlagt (Erfolg nicht garantiert), wider Erwarten völlig reibungslos verläuft und in wenigen Minuten erledigt ist.
Es macht sich Verunsicherung breit, gefolgt von Ratlosigkeit, denn man fragt sich, was man richtig gemacht hat? Diese Art von Erfolg sind wir - die Generation, die mit Computern wie dem Commodore C 64 groß geworden ist, die noch seitenlange Programmlistings abgetippt hat um einfachste Funktionalitäten nutzen zu können und die Disketten in der Größe von Frühstücksbrettchen lochte um sie von beiden Seiten nutzen zu können - nicht gewohnt:
Funktioniert etwas plötzlich und unerwartet stürzt uns das für einen denkwürdigen Moment in arge Zweifel. Wie viele Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre haben wir bislang mit fehlgeschlagenen und völlig nutzlosen Arbeiten an Computern vertendelt?
Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Technik dafür gelegentlich revanchiert. So wie gestern Abend zum Beispiel, als der neue WLAN-Router im "Null-Komma-nichts" lief und die jahrelange WLAN-Diaspora in unserem Haushalt beendete...
Endlich ist es so weit: Die Olympischen Winterspiele haben begonnen. Man hat sich auch in unserem Haushalt darauf gefreut. Meine bessere Hälfte zum Beispiel fiebert dem wintersportlichen Höhepunkt der Saison entgegen, ich dann eher der Premiere Öffentlich-Rechtlichen HD-TV's.
Auf die Faszination, die die verschiedenen Disziplinen auf Schnee und Eis auf meine Liebste haben, kann ich mangels Nachvollziehbarkeit nicht eingehen. Wohl aber kann ich Euch sagen, dass mich die Übertragungen in HD allein aus technisch-dramaturgischer Sicht durchaus ansprechen - egal wer gewinnt.
Für diejenigen, denen meine so beschriebene Leidenschaft nicht eingängig ist: Stellt Euch vor, Ihr geht ins Theater, allein um das Gebäude und seine Bühne zu erleben, unabhängig davon, was sie spielen.
So ist das mit mir und der Winter-Olympiade in HD. Und bei Euch so?
Technik-Human-Ergnomie-Logik. Das Wort gibt es nicht, ich weiß. Aber wenn es dieses Wort gäbe, dann gäbe es auch einen damit verbundenen Inhalt. Dieser Inhalt würde - nach meinem Dafürhalten - das regeln, worüber sich tausende von Menschen tagtäglich wundern und ärgern: Die schlechten, nicht auf den Menschen zugeschnittenen Programmierungen von Maschinen und Anlagen. Würde es Technik-Human-Ergonomie-Logik geben, würde man sich an den Universitäten der Welt Gedanken darüber machen, wie uns dieses Leiden genommen werden kann. Gerade gestern ist es mir wieder passiert:
Der durchaus fulminant-leistungsstarke Drucker eines japanischen Großunternehmens, den wir im Büro haben, versagte seinen Dienst. Leider hatte keiner meiner Kollegen einen Versuch unternommen, den Fehler zu beheben. Er stand einfach auf "Stop". Fehlermeldung: "Fotoentwickler schwarz". Also fing ich an - der Anleitung auf einem briefmarkengroßen Display folgend - den Foto-Entwickler schwarz zu lokalisieren und mit den dankenswerterweise vorhandenen Ersatzteilen zu vergleichen. Ich habe nicht weniger als 4 Kartons geöffnet, bis ich das richtige Teil hatte. Stolz über den gelungenen Wechsel schloss ich den Drucker in froher Erwartung, meine Drucke nun zu erhalten.
Da kam der nächste Fehler: "Fotoentwickler Farbe". Also noch einmal von vorn, aber jetzt ging es schneller: Ich kannte ja bereits den Inhalt der meisten Kartons. Maschine auf und nacheinander Magenta, Cyan (gerne im Kollegenkreis auch mal "Cheyenne" genannt) und Yellow (!) gewechselt, Band gesäubert (verhindert Streifen auf den Ausdrucken) Maschine wieder zu. Und siehe da: Alles wurde gut.
Mit meinen Drucken in der Hand ging ich zurück ins Büro und fragte mich, warum diese Wechsel immer separat nacheinander erfolgen. Es müßte doch nur eine kleine Änderung im Programm notwendig sein, damit diese Wechsel - so sie denn nötig sind - in einem Zug erledigt werden können.
Wie gesagt: Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine hat durchaus noch ein wenig Spielraum und Entwicklungspotenzial. Was muss ich jetzt tun? Eine Mail sende ich an den Hersteller des Druckers, Lexmark. Und eine weitere an eine Hochschule meiner Wahl, verbunden mit dem Vorschlag einen Studiengang einzurichten. In Technik-Human-Ergonomie-Logik.
Aktuelle Kommentare