Neues in der Kategorie Wirtschaft

Fügung?

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
Gelegentlich scheint es so etwas wie Fügungen zu geben:

Als ich heute eher beiläufig anlässlich eines Besuches bei einem der bekannten Elektro-Grossisten nach der aktuellen Lieferzeit für ein iPad2 fragte, antwortete mir zu meiner Überraschung einer der Berater, dass die Geräte vorrätig seien. Selbst Ausführung und Farbe seien jetzt gerade wählbar. Ich konnte mein Glück gar nicht so recht fassen, denn iPads haben zumindest hier in Deutschland einige Wochen Lieferzeit.

Ich war nicht minder überrascht, als der Verkäufer wenige Minuten später von seinem Angebot Abstand nehmen musste. Offenbar waren die angeblich vorrätigen Geräte allesamt während seiner Mittagspause verkauft worden. Ein wenig enttäuscht verließ ich das Geschäft.

Daheim angekommen fand ich im Briefkasten die Jahresrechnung für die Dauerkarte unseres hiesigen Handball-Bundesliga-Vereins und schätzte mich sofort glücklich, das iPad dann doch nicht erhalten zu haben: So verfügte ich über genügend Mittel in der Portokasse, die Karte zu bezahlen.

Wie gesagt: Gelegentlich scheint es so etwas wie Fügungen zu geben...

Kreative Suche

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
2011_04_18_Chef doof.jpgMit dieser zugegebenermaßen provokanten Zeile werben "Top Job" und die Süddeutsche in ihrer gemeinsamen Kampagne gegen den bevorstehenden Fachkräftemangel.

Den wiederum hat auch Spiegel Online thematisiert und empfiehlt einen kontrollierten Zuzug von Migranten aus Nordafrika um beispielsweise dem Mangel an Altenpflegern vorzubeugen.

Wikipedia bezeichnet den Fachkräftemangel als "den Zustand einer Wirtschaft, in dem eine signifikante Anzahl von Arbeitsplätzen für Mitarbeiter mit bestimmten Fähigkeiten nicht besetzt werden kann, weil auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechend qualifizierten Mitarbeiter (Fachkräfte) zur Verfügung stehen".

Eine "umfassende Willkommenskultur" forderte daher schon zu Beginn des Jahres die Bundesagentur für Arbeit um "gegenzusteuern. Bis zum Jahr 2025 könnten etwa 400.000 bis 800.000 zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden, rechnen die Autoren vor. Dazu müsse 'die Attraktivität Deutschlands als Einwanderungsland durch die Etablierung einer umfassenden Willkommenskultur'" steigen.

Wie diesem offenbar kaum abwendbaren Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegen zu wirken ist, scheint unklar. Die Kampagne von TOP Job und der Süddeutschen darf man angesichts der eher im Ausland zu suchenden Zielgruppe eher geringe Chancen einräumen.

Trotz aller erwähnenswerten Kreativität...

Mit freundlichen Grüßen

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
"Mit freundlichen Grüßen" wies mich mein Kreditinstitut heute mit einem ebenso freundlichen Brief darauf hin, dass das seit Jahren praktizierte Online-Banking im so genannten iTan-Verfahren im Laufe der nächsten 10 Monate - zum 30.11.2011 - abgeschaltet werde. An Stelle des heute als nicht vollkommen sicher geltenden iTan-Verfahrens biete man ab sofort das bessere chipTAN- oder smsTan-Verfahren an.

Was sich für mich als Kunden zunächst als eine Verbesserung darstellt, birgt bei genauerem Hinschauen Nachteile: Den für das chipTAN-Verfahren benötigte Generator muss ich für 15 € käuflich erwerben, für das smsTAN-Verfahren werden mir pro per SMS übermittelter TAN 0,10 € berechnet. Ein völlig kostenloses Online-Banking wird es also bei meiner Bank nicht mehr geben. Um der Notwendigkeit der Umstellung Nachdruck zu verleihen werden die Überweisungslimite Schritt für Schritt reduziert: Ab September kann ich dann nur noch maximal 100 € pro TAN überweisen.

Ich kann meine Enttäuschung über diese Art der Kundenbetreuung nicht verhelen: Nach einigen Jahrzehnten, in denen ich ohne zu murren und aus Verbundenheit zum örtlichen Institut höhere Kontoführungsgebühren als bei anderen Banken akzeptierte und Jahre lang alle meine Bankgeschäfte höchst selbstständig in den Computer eintickerte und damit zu Personalreduzierungen und Einsparungen beitrug, wird mir nun ultimativ die Pistole auf die Brust gesetzt.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht um die 15 €. Die würde ich sofort und unbesehen an einen karitativen Zweck spenden. Aber dieser Bank, die mich so alternativlos zwingt, will ich sie nicht nachwerfen.

Ich werde dann wohl mal einen Brief an den Vorstand schreiben und fragen, ob man unter allen Umständen an diesem Vorhaben festhalten will. "Mit freundlichen Grüßen" versteht sich von selbst...

Briefgeheimnis

| 2 Kommentare | Keine TrackBacks
"Wir haben nichts weg zu werfen" habe ich seinerzeit so oft von meinen Eltern gehört. Und das hat mein Verhalten geprägt. So habe ich in den letzten Jahren die Briefumschläge, in denen ich die Rechnungen unseres Fotografen erhielt, immer aufbewahrt. Sie waren wie neu, meist nicht zugeklebt und damit ohne weiteres noch einmal einzusetzen.

Heute brachte unser Fotograf Daten und Proofs der letzten Arbeiten und schien in Eile. Auf meine Frage, was denn so dringend anläge antwortete er, dass er noch in den Nachbarort fahren müsse um Briefumschläge zu kaufen. Er habe keine mehr und brauche sie dennoch kurzfristig.

Er hat nicht schlecht gestaunt, als ich ihm einen dicken Stapel seiner unversehrten Umschläge in die Hand drücken konnte und ihm so die Extrafahrt ersparen konnte.

"Wir haben nichts weg zu werfen" sagte ich ihm, wie einst meine Eltern mir und ich erkannte, wie viel Wahrheit darin liegt.

Beratungsprotokoll

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
Gestern habe ich nach einiger Zeit wieder einen Termin bei der Anlageberaterin der Bank meines Vertrauens gehabt. Nicht für mich nahm ich diesen Termin wahr, sondern für meine Mutter, um deren Finanzen ich mich bereits seit einigen Jahren kümmere.

Das Gespräch verlief wie immer produktiv - bei dem niedrigen aktuellen Zinsniveau hätte ich besser Geld ausgeliehen, anstatt es neu anzulegen -, endete aber mit einer Kuriosität (schönes Wort!): Mit dem Beratungsprotokoll.

Das Beratungsprotokoll ist gesetzlich vorgeschrieben und hat die Aufgabe, den Hergang und das Ergebnis des Beratungsgesprächs zu dokumentieren. Es soll dem Anleger Schutz bieten vor unlauterer Beratung. So weit - so gut.

Was mich hingegen wunderte ist, dass viele Fragen allein der Feststellung meiner persönlichen Situation dienten: Neben den persönlichen Daten wurden Schulabschluss, Beruf, derzeitiges Einkommen, aktuelles Vermögen und einiges mehr abgefragt. Meine Beraterin beteuerte, dass sie diese Daten aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Protokollstruktur erheben müsse.

Wenn ich als Bank diese Daten besitzen würde, wären mir Tür und Tor geöffnet zur Akquisition: Mit Kenntnis der Einkommensverhältnisse und Ersparnisse liegen die Eckpunkte für eine individuelle Produktauswahl auf der Hand.

Merkwürdig und nicht weniger kurios als das Beratungsprotokoll (von dem ich keine Kopie bekam) war der letzte Fragebogen, mit dem ich erklären konnte, ob man mich künftig anrufen dürfen oder nicht. Natürlich möchte ich, dass meine Beraterin mich - wenn nötig - anrufen darf. In Zusammenhang mit den Daten aus dem Beratungsprotokoll darf ich also mit maßgeschneiderten Angeboten rechnen, oder?

Der Apple im Spiegel

| 1 Kommentar | Keine TrackBacks
Noch einmal zu Apple. In der Ausgabe 17 des "Spiegel" vom 26.04.2010 findet sich unter dem Titel "Der Philosoph des 21. Jahrhunderts" ein bemerkenswerter Bericht über Apple und dessen Gründer Steve Jobs. Leider ist der Artikel online nicht verfügbar, daher ohne Link.

Bemerkenswert ist der Artikel in vielerlei Hinsicht. Hervor zu heben ist allerdings diese Geschichte: Warum sind Apple-Computer in der Werbebranche so beliebt? Da ich selbst Teil dieser Zunft bin, habe ich mich das oft selbst gefragt, ohne jedoch eine schlüssige Antwort zu erhalten. Seit heute bin ich schlauer. "Spiegel" lesen bildet eben doch ;-).

Es war 1984 als Apples "Macintosh" unmittelbar vor der Markteinführung stand. Drum buchte das Unternehmen einen der heiß begehrten weil überaus beachteten Werbeplätze während des Superbowl-Spiels zwei Tage vor der offiziellen Markteinführung.

Den Spot drehte der Hollywood Regiesseur Ridley Scott, der u.a. in "Blade Runner", "Thelma & Luise", "Black Rain" Regie führte. Der Spot basierte inhaltlich auf dem Endzeitroman "1984" von George Orwell. Experten sind bis heute der Meinung, dass es sich bei diesem Film um einen der besten Werbesprots aller Zeiten handelt.



Dieser Meinung waren offenbar auch viele Köpfe der Werbebranche, die durch diese frappierend einnehmende Wirkung des Spots zu "Apple-Jüngern" wurden - und bis heute sind.

Ich finde: Ein sehenswerter Spot, auch und insbesondere nach über 25 Jahren. Und Dank an den "Spiegel", dass er dieses für mich unerklärliche Verhältnis zwische Apple und uns Kreativen endgültig gelöst hat.

Martyrium für 114 Mrd US$

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
114 Mrd US$ beträgt der Wert der wertvollsten Marke der Welt: Google. Das hat Milliward Brown festgestellt. Für Apple müsste man - stünde das Unternehmen zum Verkauf - immerhin noch rund 83 Mrd US$ berappen. Und Microsoft bringt es auf 76,3 Mrd US$. Erst auf Platz fünf finden wir ein Unternehmer der "Old Economy": Coca Cola. Die weltweit bekannte und seit Jahrzehnten etablierte Marke bringt - im Vergleich zu den Technologiewerten bescheidene - 68 Mrd US$.

Bleibt wieder einmal die Frage, was die "New Economy"-Unternehmen übermorgen machen, wenn morgen ein Hacker-Angriff für eine Weile "den Stecker zieht"? Vielleicht erklären diese aufgeblasenen Bewertungen die den Hackern eigene kriminelle Energie, die uns allen, die mit dem Internet arbeiten, unsere tägliche Furcht vor Viren und dergleichen bescheren?

Eine ganz neue Art von Martyrium. So oder so ähnlich wird ein Schuh daraus. Für ein paar Milliarden...
Ich freue mich heute über ein taufrisches und zugleich an Fahrlässigkeit kaum zu überbietendes Beispiel schlechter PR und undurchsichtiger Geschäftspolitik berichten zu können. Und leider gehöre ich selbst - wie viele andere - und ohne dass wir es hätten verhindern können zu den Opfern.

Nach heftigen Imageproblemen (Klagen gegen Preiserhöhungen, "Lustreisenaffaire") hatte der hiesige Energieversorger eine renomierte Werbeagentur beauftragt, eine Kampagne zu entwickeln, die das ramponierte Ansehen wieder herstellt.

Die verheißungsvolle Aussage des daraus entstandenen Motives lautete: "Heute geben wir Ihnen 185-mal unser Wort: Ab morgen lassen wir Taten sprechen."

Diesem vollmundigen Versprechen folgte dann unmittelbar die Pressemitteilung, dass man nun in den Discountmarkt einsteigen werde; dies allerdings nur außerhalb des eigenen Verbreitungsgebietes. Die Begründung dafür lieferte der Geschäftsführer postwendend: "Hier geht es doch lediglich darum, das Discount-Geschäft, durch das uns in unserer Region einige Kunden verloren gegangen sind, andernorts wieder zu kompensieren."

Hierbei handelt es sich - neben der Tatsache, dass es individuell für mich ein Ärgernis handelt - um den typischen Fall, dass Beiträge treuer Kunden für die Akquisition neuer Kunden verwendet werden.

Quersubventionen dieser Art gehört der Garaus gemacht.Ebenso wie den Geschäftsführern und kommunalen Vorständen, die allesamt in den Rathäusern sitzen und hier in NRW bald wieder gewählt werden wollen.

Na denn... Wir dürfen an dieser Stelle viel Glück wünschen; sie werden es brauchen.

BIP

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks
2010_02_08_BIP.jpgDas sieht dann doch nicht so schlecht aus, oder? Genauere Informationen zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gibt es hier. Komplex aber durchaus interessant...

Wichtig: Es geht voran!

Auf nach Norwegen

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

Einem UN-Bericht zufolge lebt es sich in Norwegen derzeit am besten. Offenbar ist Norwegen das nach den bewerteten Kriterien Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft das am besten entwickelte Land. Deutschland platzierte sich auf Platz 22 von 182 Staaten. So weit so gut.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Presse dies mit Formulierungen wie "nur auf Platz 22" und "abgeschlagen" kommentierte.

Ich frage mich, wie gut es uns - trotz Krise - noch gehen muss, bis wir uns mit dem, was wir haben zufrieden geben. Klar: Das Streben nach stetiger Verbesserung, Weiterentwicklung und Progression ist völlig legitim. Undankbarkeit hingegen, insbesondere wenn sie an Hochmut grenzt, ist verwerflich. Ähnlich verwerflich wie die so häufig herablassende Presse...

Wahrscheinlich geht es der Presse einfach noch zu gut...

Vergebene Chance

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

2009_09_30_VIP.jpg

Spitzensport kostet Geld. Das ist im allgemeinen bekannt. Ebenso ist bekannt, dass an das Geld anderer Leute nicht leicht zu kommen ist. Insbesondere im Bereich des Sportsponsorings tut sich die Wirtschaft derzeit schwer das sauer verdiente Geld zu investieren. Angesichts halbleerer Hallen und einem fortschreitenden Verfall des Markenwerts von Traditionsvereinen ist daher erhöhte Aktivität in der Beschaffung von Sponsorengeldern erforderlich. Und trotzdem ist es alles andere als leicht die Etats zu decken.

Umso löblicher ist es, wenn die Verantwortlichen nicht in Schreckensstarre verfallen auf bessere Zeiten hoffen, sondern die Initiative ergreifen.

Im Rahmen einer dieser Initiativen war ich heute VIP-Gast eines Handball-Bundesligisten: Der Businessclub hatte seinesgleichen eingeladen. Was dabei alles - sagen wir - suboptimal gelaufen ist sei hier kurz gelistet; nicht mit dem Ziel sich darüber lustig zu machen, sondern zu beweisen, dass 50 % nicht die halbe Miete sind:

Positiv:

  • Parkplatz im VIP-Parkhaus, Parkticket funktioniert (nicht selbstverständlich!).
  • Pünktlicher Beginn der Veranstaltung.

Negativ:

  • Akkreditierung: Wir stehen in keiner Liste, werden nicht erwartet.
  • Es gibt keine Namenschilder für uns.
  • Wir werden nicht begrüßt. Kein Offizieller weit und breit.
  • Die Sitzplätze für die Zuhörer der Fachvorträge reichen (bei weitem) nicht aus.
  • Von drei Fachvorträgen weiß keiner auch nur ansatzweise rhetorisch oder inhaltlich zu überzeugen (s.u.).
  • Beim Catering genügt zwar die Menge der Speisen, allerdings nicht die Anzahl der Buffets: Wenn 300 Personen innerhalb 45 Minuten essen und satt werden wollen braucht es große, lange Buffets für eher kurze Warteschlangen.
  • Im Verlauf der Veranstaltung gibt es keinen Kontakt mehr zu einem Offiziellen, keine Gelegenheit über eine Zusammenarbeit zu sprechen.

Zusammengefasst muss ich sagen: Eine Veranstaltung dieser Art ist gut, wenn sie perferkt organisiert ist. Dazu genügt es nicht nur viele Personen einzuladen. Dazu ist es notwendig für seine Gäste da zu sein. Abgesehen davon, dass es nicht gelungen ist "den Funken überspringen zu lassen" - hier und heute wurden grobe Fehler gemacht.

Es ist unbestritten eine Kunst aus "eingeladenen Personen" echte "Gäste" zu machen: Gäste, die gemeinsam mit dem Veranstalter etwas erleben, ein Stück gemeinsame Vergangenheit schaffen und die etwas mit nach Hause nehmen. Etwas, auf dem man im Sinne einer Geschäftsanbahnung aufbauen kann.

Gerade im Sport werden "vergebene Chancen" im Nachhinein oft bedauert. Stimmt...

Spürst Du die Krise?

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

Mit dem Ausbruch der Krise vor etwa 10 Monaten folgte der stärkste Konjunktureinbruch seit der Nachkriegszeit. Allerdings - und das hat das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach jetzt herausgefunden - wird diese Krise von 70% der Bevölkerung überhaupt nicht wahrgenommen:

Für

  • 76% der unter 30-Jährigen und
  • 86% der über 60-Jährigen

geht das Leben ganz normal weiter.  

Allerdings beklagt sich von den berufstätigen 30- bis 59-Jährigen gut ein Drittel darüber, dass sich ihr Leben sehr wohl durch die Krise verändert habe.

Daraus zwei Schlussfolgerungen:

  1. Die Krise trifft die Berufstätigen mehr als diejenigen, die Ihren Unterhalt nicht oder nicht mehr selbst bestreiten müssen.
  2. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Krise ein medienvermitteltes Ereignis war und auch so von der Bevölkerung wahrgenommen wurde - quasi virtuell erlebt.

Fair ist das ja mal alles nicht... 

Wochenende in Algerien

| 1 Kommentar | Keine TrackBacks

Alles wird anders - in Algerien. Vom 14. August an wird das algerische Wochenende nicht mehr - wie in vielen muslimischen Staaten üblich - am Donnerstag und Freitag sein, sondern am Freitag - dem Gebetstag - und am Samstag.

Zur Verlegung hat man sich der Wirtschaft zu liebe und im Sinne einer internationalen Harmonisierung entschieden: Hatte man bislang nur drei Tage - Montag bis Mittwoch -, an denen man Handel mit der westlichen Welt treiben konnte, werden dies nun künftig vier sein.

Nach Berechnungen der Internationalen Finanz-Corporation der Weltbankgruppe sind Algerien durch die bislang geltende Regelung des Wochenendes pro Jahr zwischen 500 und 700 Millionen US$ verloren gegangen.

So gesehen eine gute Entscheidung. Allerdings werden sich die Algerier sicherlich erst daran gewöhnen müssen. Der eine oder andere wird bestimmt an einem der kommenden Samstage an seinem Arbeitsplatz vor verschlossenen Türen stehen. 

Dann ist nämlich Wochenende in Algerien... 

Auf Wiedersehen, Wendelin

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

Jetzt muss er doch gehen, der Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Und die Öffentlichkeit zerreißt sich das Maul über ihn und seine Abfindung. Populistisch und ausgesprochen vordergründig wird da über jemand geurteilt, der Porsche in den vergangenen 16 Jahren seit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes von einem Sanierungsfall zu einer Erfolgsmarke gemacht hat und den Wert des Unternehmens  von 300 Millionen Euro auf rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2007 steigerte. Ganz nebenbei hat er die Eigentümerfamilien von Multimillionären zu Multimilliardären gemacht. 

Dass man ihm den Abschied nun mit 50 Millionen Euro versilberte erscheint in diesem Zusammenhang nur logisch.

Und all' denen, die die "Bild'schen" Halbwahrheiten auch in Zukunft noch glauben wollen, sollen dies tun, den Rest der Menschheit aber mit ihren pubertären Ansichten aber verschonen.

Auf den Punkt - T-Punkt

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

Dies nur schnell einmal für alle Ungläubigen da draußen: Wunder gibt es immer wieder. Auch im T-Punkt. Da waren wir am Samstag. Und wir wollten nur mal schnell reinschauen, nach so einem "Web'n Walk-Stick".  

Aber bevor ich erzähle, was uns widerfahren ist, muss ich noch eine andere Geschichte erzählen: Jeden Samstag, wenn wir durch die Stadt laufen und die Leute dicht an dicht im T-Punkt stehen, schauen wir uns an und überlegen, ob wir uns ein wenig ärgern wollen und uns einfach mal anstellen wollen - für die nächsten drei bis vier Stunden. Das fragen wir uns wirklich jedes mal, machen es natürlich nie - jedenfalls nicht freiwillig.

So auch am Samstag. Wir also rein. Genau genommen konnte uns nichts und niemand ärgern, wir wollten ja nur gucken. Als wir dann nach etwa einer halben Minute die "Web'n Walk"-Angebote vor uns hatten und versuchten uns zu orientieren, stand plötzlich ein freundlicher und - wie sich bald herausstellen sollte - kompetenter Mitarbeiter des T-Punkts neben uns und fragte, ob er uns helfen könne. Ehrlich: Das ist uns noch nie passiert. Nicht nach so kurzer Zeit. Wir waren wirklich überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Mit allen Informationen versorgt verließen wir wenige Minuten später den Ort, an dem wir für andere Lapalien schon gefühlte Jahre verbracht hatten. Das jedenfalls war Leistung genau auf den Punkt - T-Punkt. 

Besorgt und befremdet äußerte sich heute einer meiner Bekannten. Einer seiner Kollegen habe ihm stolz berichtet, einen langjährigen, zuverlässigen Lieferanten im Preis "gedrückt" zu haben. Es ging um einen Cent bei einem Stückpreis von 60 Cent. Er führte - so mein Bekannter - aus, dass auch der Preis von 60 Cent bereits ein "Superpreis" gewesen sei. Dennoch sei er froh "noch etwas raus geholt" zu haben.

Mein Bekannter fürchtet, dass dem Lieferanten aufgrund der knappen Preise bald "die Luft" ausgehe. Und das wiederum sei nicht nur ein Problem für ihn, sondern in hohem Maße unfair. Schließlich habe der Lieferant stets zuverlässig gearbeitet und sei "sein Geld wert".

Ich frage mich - genau wie mein Bekannter - wohin diese Preistreiberei - Krise hin, Krise her - führen soll?

Die Bahn. Und es geht doch

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

Das Highlight des Tages war heute unschwer auszumachen; obwohl es davon durchaus ein gerüttelt Maß gab. Dennoch fällt es mir heute leicht mich festzulegen: Es war die Bahnfahrt heute früh von Köln nach Stuttgart. Ohne Verspätung, ohne Ärgernisse, ohne Überfüllung des Zugs. Schade eigentlich, dass dieses "postmehdornsche Vergnügen" dann nur 2 Stunden 14 Minuten dauerte.

Echt wahr...

Doc Morris. Das was der Europäische Gerichtshof heute in Brüssel entschieden hat ist mehr als fragwürdig. Den cleveren Machern von Doc Morris wurde das Filialgeschäft untersagt.

Fragwürdig ist dieses Urteil, weil die Begründungen nicht wirklich schlüssig sind:

  • EuGH-Generalanwalt Yves Bot machte in seinem Plädoyer deutlich, dass er "die einschränkenden Regelungen im deutschen Apothekenmarkt wegen des besonderen Charakters von Arzneimitteln für vereinbar mit dem EU-Recht" hält. Das ist eine einzigartige Ausnahme. Wie oft musste sich deutsches Recht europäischem unterordnen?
  • Die Apothekerverbände begrüßten das Urteil erwartungsgemäß. Immerhin wurden ihre Interessen geschützt: Arzneien dürften nur mit der Beratung eines Apothekers verkauft werden. Was aber machen die klassischen Arznei-Versender, die im Internet ungehindert ihre Ware anbieten dürfen?  
  • Auch die Markenhersteller der Medikamente sind beruhigt, weil "eine erhebliche Machtkonzentration auf der Distributionsebene verhindert wird". Dafür besteht auf der anderen Seite seit Jahrzehnten eine Machtkonzentration auf der Herstellerseite...

Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen bezeichnete das Urteil dann auch als "verpasste Chance für mehr Wettbewerb in der Arzneimittelversorgung". So kann man das sehen. Ich persönlich wundere mich über so viel und offen vorgetragenen Lobbyismus. Übrigens immer noch völlig straffrei...

Einmal ausgegeben

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

"Eine der wichtigsten Regeln, die in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zum Treffen von Entscheidungen gelehrt wird, wird immer noch weitestgehend falsch ausgelegt. Liegen zwei Optionen vor, sollte der Entscheidung immer zugrunde gelegt werden, was sie in der Zukunft bewirken wird. Die Investitionen, die in der Vergangenheit gemacht wurden sind für die Zukunft nicht relevant! Einmal gemacht sind sie für immer verloren." Das jedenfalls sagt Seth Godin - den ich hier herzlich gerne immer wieder zitiere -  in einem kürzlich veröffentlichten Blog.

Beispiel: In der Vergangenheit wurden zwei Grundstücke gekauft. Das eine kostete 1.000.000 $, das andere 10.000 $. Auf welchem dieser Grundstücke sollte man eine Tankstelle bauen? Auf dem Grundstück, dass neben der neuen Großbaustelle liegt, oder auf dem, neben dem Einkaufszentrum, das geplant war, aber dann doch verworfen wurde? Es spielt keine Rolle, was es gekostet hat. Die Frage ist, was es bringen wird!

Schöner und noch eingängiger ist das Beispiel mit den Konzert-Karten für das Bruce Springsteen-Konzert. Ein echter Aha-Effekt und ein Lacher obendrein.

Nachlesen!

DSL-Ausfall

| Keine Kommentare | Keine TrackBacks

DSL-Ausfall... Wieder einmal. Also die Hotline anrufen. Das klappt eigentlich immer ganz zuverlässig.

Nach wenigen Minuten habe ich bereits eine von den freundlichen Mitarbeiterinnen meines Providers am Telefon. Was dann folgt ist bekannt:

Minutenlanges Abfragen von Details: Leitungskapazität, ATM-Datenrate, Nutz-Datenrate, Latenzpfad, Latenz, Frame Coding Rate, FEC Coding Rate, Trellis Coding Rate, Aushandlung, Signal/Rauschtoleranz, Leitungsdämpfung. Alle Werte stehen natürlich auf "0".

Nicht erst beim Wert für Leitungsdämpfung wurde ich hellhörig. Warum sie das alles wissen wolle, fragte ich die freundliche Stimme am Telefon. Dies sei für die Fehlereingrenzung notwendig erwiederte sie. Oder eher dafür, dass das Gespräch kostenpflichtig möglichst lange dauere fragte ich? Sie verneinte und bat mich um eine weitere Angabe: Wo denn der DSL-Anschluss sei? Im Schlafzimmer, Wohnzimmer oder auf dem Flur?

Also doch, dachte ich und hatte dem nichts mehr hinzu zu fügen...

Archiv

Powered by Movable Type 4.36
Smogblog

Aktuelle Kommentare

  • Brigitte: Je älter Du wirst, hast Du das Gefühl noch stärker. weiter lesen
  • Smogblog: :-) weiter lesen
  • wwaw: Danke lieber Weihnachtsmann weiter lesen
  • Annika: Bin auch sauer! Habe die gesamte Nacht nicht richtig geschlafen weiter lesen
  • Annika: Fühle mit den beiden Musikern! weiter lesen
  • Kerstin: jaja immer die I-User weiter lesen
  • Geili: ...das frag ich mich schon seit 30 Jahren (Chantal) Gruß weiter lesen
  • Brigitte: Übst Du für einen Einsatz für ein Basketballspiel mit Dirk weiter lesen
  • Smogblog: Gefällt mir. :-) weiter lesen
  • Martina: Bei mir war heute die Schlacht vor dem 1. Advent. weiter lesen

Technorati

Technorati-Suche

» Blogs, die Links auf diese Seite enthalte

kostenloser Counter