Neues in der Kategorie Wirtschaft

Der Apple im Spiegel

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Noch einmal zu Apple. In der Ausgabe 17 des "Spiegel" vom 26.04.2010 findet sich unter dem Titel "Der Philosoph des 21. Jahrhunderts" ein bemerkenswerter Bericht über Apple und dessen Gründer Steve Jobs. Leider ist der Artikel online nicht verfügbar, daher ohne Link.

Bemerkenswert ist der Artikel in vielerlei Hinsicht. Hervor zu heben ist allerdings diese Geschichte: Warum sind Apple-Computer in der Werbebranche so beliebt? Da ich selbst Teil dieser Zunft bin, habe ich mich das oft selbst gefragt, ohne jedoch eine schlüssige Antwort zu erhalten. Seit heute bin ich schlauer. "Spiegel" lesen bildet eben doch ;-).

Es war 1984 als Apples "Macintosh" unmittelbar vor der Markteinführung stand. Drum buchte das Unternehmen einen der heiß begehrten weil überaus beachteten Werbeplätze während des Superbowl-Spiels zwei Tage vor der offiziellen Markteinführung.

Den Spot drehte der Hollywood Regiesseur Ridley Scott, der u.a. in "Blade Runner", "Thelma & Luise", "Black Rain" Regie führte. Der Spot basierte inhaltlich auf dem Endzeitroman "1984" von George Orwell. Experten sind bis heute der Meinung, dass es sich bei diesem Film um einen der besten Werbesprots aller Zeiten handelt.



Dieser Meinung waren offenbar auch viele Köpfe der Werbebranche, die durch diese frappierend einnehmende Wirkung des Spots zu "Apple-Jüngern" wurden - und bis heute sind.

Ich finde: Ein sehenswerter Spot, auch und insbesondere nach über 25 Jahren. Und Dank an den "Spiegel", dass er dieses für mich unerklärliche Verhältnis zwische Apple und uns Kreativen endgültig gelöst hat.

Martyrium für 114 Mrd US$

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114 Mrd US$ beträgt der Wert der wertvollsten Marke der Welt: Google. Das hat Milliward Brown festgestellt. Für Apple müsste man - stünde das Unternehmen zum Verkauf - immerhin noch rund 83 Mrd US$ berappen. Und Microsoft bringt es auf 76,3 Mrd US$. Erst auf Platz fünf finden wir ein Unternehmer der "Old Economy": Coca Cola. Die weltweit bekannte und seit Jahrzehnten etablierte Marke bringt - im Vergleich zu den Technologiewerten bescheidene - 68 Mrd US$.

Bleibt wieder einmal die Frage, was die "New Economy"-Unternehmen übermorgen machen, wenn morgen ein Hacker-Angriff für eine Weile "den Stecker zieht"? Vielleicht erklären diese aufgeblasenen Bewertungen die den Hackern eigene kriminelle Energie, die uns allen, die mit dem Internet arbeiten, unsere tägliche Furcht vor Viren und dergleichen bescheren?

Eine ganz neue Art von Martyrium. So oder so ähnlich wird ein Schuh daraus. Für ein paar Milliarden...
Ich freue mich heute über ein taufrisches und zugleich an Fahrlässigkeit kaum zu überbietendes Beispiel schlechter PR und undurchsichtiger Geschäftspolitik berichten zu können. Und leider gehöre ich selbst - wie viele andere - und ohne dass wir es hätten verhindern können zu den Opfern.

Nach heftigen Imageproblemen (Klagen gegen Preiserhöhungen, "Lustreisenaffaire") hatte der hiesige Energieversorger eine renomierte Werbeagentur beauftragt, eine Kampagne zu entwickeln, die das ramponierte Ansehen wieder herstellt.

Die verheißungsvolle Aussage des daraus entstandenen Motives lautete: "Heute geben wir Ihnen 185-mal unser Wort: Ab morgen lassen wir Taten sprechen."

Diesem vollmundigen Versprechen folgte dann unmittelbar die Pressemitteilung, dass man nun in den Discountmarkt einsteigen werde; dies allerdings nur außerhalb des eigenen Verbreitungsgebietes. Die Begründung dafür lieferte der Geschäftsführer postwendend: "Hier geht es doch lediglich darum, das Discount-Geschäft, durch das uns in unserer Region einige Kunden verloren gegangen sind, andernorts wieder zu kompensieren."

Hierbei handelt es sich - neben der Tatsache, dass es individuell für mich ein Ärgernis handelt - um den typischen Fall, dass Beiträge treuer Kunden für die Akquisition neuer Kunden verwendet werden.

Quersubventionen dieser Art gehört der Garaus gemacht.Ebenso wie den Geschäftsführern und kommunalen Vorständen, die allesamt in den Rathäusern sitzen und hier in NRW bald wieder gewählt werden wollen.

Na denn... Wir dürfen an dieser Stelle viel Glück wünschen; sie werden es brauchen.

BIP

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2010_02_08_BIP.jpgDas sieht dann doch nicht so schlecht aus, oder? Genauere Informationen zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gibt es hier. Komplex aber durchaus interessant...

Wichtig: Es geht voran!

Auf nach Norwegen

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Einem UN-Bericht zufolge lebt es sich in Norwegen derzeit am besten. Offenbar ist Norwegen das nach den bewerteten Kriterien Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft das am besten entwickelte Land. Deutschland platzierte sich auf Platz 22 von 182 Staaten. So weit so gut.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Presse dies mit Formulierungen wie "nur auf Platz 22" und "abgeschlagen" kommentierte.

Ich frage mich, wie gut es uns - trotz Krise - noch gehen muss, bis wir uns mit dem, was wir haben zufrieden geben. Klar: Das Streben nach stetiger Verbesserung, Weiterentwicklung und Progression ist völlig legitim. Undankbarkeit hingegen, insbesondere wenn sie an Hochmut grenzt, ist verwerflich. Ähnlich verwerflich wie die so häufig herablassende Presse...

Wahrscheinlich geht es der Presse einfach noch zu gut...

Vergebene Chance

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2009_09_30_VIP.jpg

Spitzensport kostet Geld. Das ist im allgemeinen bekannt. Ebenso ist bekannt, dass an das Geld anderer Leute nicht leicht zu kommen ist. Insbesondere im Bereich des Sportsponsorings tut sich die Wirtschaft derzeit schwer das sauer verdiente Geld zu investieren. Angesichts halbleerer Hallen und einem fortschreitenden Verfall des Markenwerts von Traditionsvereinen ist daher erhöhte Aktivität in der Beschaffung von Sponsorengeldern erforderlich. Und trotzdem ist es alles andere als leicht die Etats zu decken.

Umso löblicher ist es, wenn die Verantwortlichen nicht in Schreckensstarre verfallen auf bessere Zeiten hoffen, sondern die Initiative ergreifen.

Im Rahmen einer dieser Initiativen war ich heute VIP-Gast eines Handball-Bundesligisten: Der Businessclub hatte seinesgleichen eingeladen. Was dabei alles - sagen wir - suboptimal gelaufen ist sei hier kurz gelistet; nicht mit dem Ziel sich darüber lustig zu machen, sondern zu beweisen, dass 50 % nicht die halbe Miete sind:

Positiv:

  • Parkplatz im VIP-Parkhaus, Parkticket funktioniert (nicht selbstverständlich!).
  • Pünktlicher Beginn der Veranstaltung.

Negativ:

  • Akkreditierung: Wir stehen in keiner Liste, werden nicht erwartet.
  • Es gibt keine Namenschilder für uns.
  • Wir werden nicht begrüßt. Kein Offizieller weit und breit.
  • Die Sitzplätze für die Zuhörer der Fachvorträge reichen (bei weitem) nicht aus.
  • Von drei Fachvorträgen weiß keiner auch nur ansatzweise rhetorisch oder inhaltlich zu überzeugen (s.u.).
  • Beim Catering genügt zwar die Menge der Speisen, allerdings nicht die Anzahl der Buffets: Wenn 300 Personen innerhalb 45 Minuten essen und satt werden wollen braucht es große, lange Buffets für eher kurze Warteschlangen.
  • Im Verlauf der Veranstaltung gibt es keinen Kontakt mehr zu einem Offiziellen, keine Gelegenheit über eine Zusammenarbeit zu sprechen.

Zusammengefasst muss ich sagen: Eine Veranstaltung dieser Art ist gut, wenn sie perferkt organisiert ist. Dazu genügt es nicht nur viele Personen einzuladen. Dazu ist es notwendig für seine Gäste da zu sein. Abgesehen davon, dass es nicht gelungen ist "den Funken überspringen zu lassen" - hier und heute wurden grobe Fehler gemacht.

Es ist unbestritten eine Kunst aus "eingeladenen Personen" echte "Gäste" zu machen: Gäste, die gemeinsam mit dem Veranstalter etwas erleben, ein Stück gemeinsame Vergangenheit schaffen und die etwas mit nach Hause nehmen. Etwas, auf dem man im Sinne einer Geschäftsanbahnung aufbauen kann.

Gerade im Sport werden "vergebene Chancen" im Nachhinein oft bedauert. Stimmt...

Spürst Du die Krise?

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Mit dem Ausbruch der Krise vor etwa 10 Monaten folgte der stärkste Konjunktureinbruch seit der Nachkriegszeit. Allerdings - und das hat das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach jetzt herausgefunden - wird diese Krise von 70% der Bevölkerung überhaupt nicht wahrgenommen:

Für

  • 76% der unter 30-Jährigen und
  • 86% der über 60-Jährigen

geht das Leben ganz normal weiter.  

Allerdings beklagt sich von den berufstätigen 30- bis 59-Jährigen gut ein Drittel darüber, dass sich ihr Leben sehr wohl durch die Krise verändert habe.

Daraus zwei Schlussfolgerungen:

  1. Die Krise trifft die Berufstätigen mehr als diejenigen, die Ihren Unterhalt nicht oder nicht mehr selbst bestreiten müssen.
  2. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Krise ein medienvermitteltes Ereignis war und auch so von der Bevölkerung wahrgenommen wurde - quasi virtuell erlebt.

Fair ist das ja mal alles nicht... 

Wochenende in Algerien

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Alles wird anders - in Algerien. Vom 14. August an wird das algerische Wochenende nicht mehr - wie in vielen muslimischen Staaten üblich - am Donnerstag und Freitag sein, sondern am Freitag - dem Gebetstag - und am Samstag.

Zur Verlegung hat man sich der Wirtschaft zu liebe und im Sinne einer internationalen Harmonisierung entschieden: Hatte man bislang nur drei Tage - Montag bis Mittwoch -, an denen man Handel mit der westlichen Welt treiben konnte, werden dies nun künftig vier sein.

Nach Berechnungen der Internationalen Finanz-Corporation der Weltbankgruppe sind Algerien durch die bislang geltende Regelung des Wochenendes pro Jahr zwischen 500 und 700 Millionen US$ verloren gegangen.

So gesehen eine gute Entscheidung. Allerdings werden sich die Algerier sicherlich erst daran gewöhnen müssen. Der eine oder andere wird bestimmt an einem der kommenden Samstage an seinem Arbeitsplatz vor verschlossenen Türen stehen. 

Dann ist nämlich Wochenende in Algerien... 

Auf Wiedersehen, Wendelin

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Jetzt muss er doch gehen, der Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Und die Öffentlichkeit zerreißt sich das Maul über ihn und seine Abfindung. Populistisch und ausgesprochen vordergründig wird da über jemand geurteilt, der Porsche in den vergangenen 16 Jahren seit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes von einem Sanierungsfall zu einer Erfolgsmarke gemacht hat und den Wert des Unternehmens  von 300 Millionen Euro auf rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2007 steigerte. Ganz nebenbei hat er die Eigentümerfamilien von Multimillionären zu Multimilliardären gemacht. 

Dass man ihm den Abschied nun mit 50 Millionen Euro versilberte erscheint in diesem Zusammenhang nur logisch.

Und all' denen, die die "Bild'schen" Halbwahrheiten auch in Zukunft noch glauben wollen, sollen dies tun, den Rest der Menschheit aber mit ihren pubertären Ansichten aber verschonen.

Auf den Punkt - T-Punkt

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Dies nur schnell einmal für alle Ungläubigen da draußen: Wunder gibt es immer wieder. Auch im T-Punkt. Da waren wir am Samstag. Und wir wollten nur mal schnell reinschauen, nach so einem "Web'n Walk-Stick".  

Aber bevor ich erzähle, was uns widerfahren ist, muss ich noch eine andere Geschichte erzählen: Jeden Samstag, wenn wir durch die Stadt laufen und die Leute dicht an dicht im T-Punkt stehen, schauen wir uns an und überlegen, ob wir uns ein wenig ärgern wollen und uns einfach mal anstellen wollen - für die nächsten drei bis vier Stunden. Das fragen wir uns wirklich jedes mal, machen es natürlich nie - jedenfalls nicht freiwillig.

So auch am Samstag. Wir also rein. Genau genommen konnte uns nichts und niemand ärgern, wir wollten ja nur gucken. Als wir dann nach etwa einer halben Minute die "Web'n Walk"-Angebote vor uns hatten und versuchten uns zu orientieren, stand plötzlich ein freundlicher und - wie sich bald herausstellen sollte - kompetenter Mitarbeiter des T-Punkts neben uns und fragte, ob er uns helfen könne. Ehrlich: Das ist uns noch nie passiert. Nicht nach so kurzer Zeit. Wir waren wirklich überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Mit allen Informationen versorgt verließen wir wenige Minuten später den Ort, an dem wir für andere Lapalien schon gefühlte Jahre verbracht hatten. Das jedenfalls war Leistung genau auf den Punkt - T-Punkt. 

Besorgt und befremdet äußerte sich heute einer meiner Bekannten. Einer seiner Kollegen habe ihm stolz berichtet, einen langjährigen, zuverlässigen Lieferanten im Preis "gedrückt" zu haben. Es ging um einen Cent bei einem Stückpreis von 60 Cent. Er führte - so mein Bekannter - aus, dass auch der Preis von 60 Cent bereits ein "Superpreis" gewesen sei. Dennoch sei er froh "noch etwas raus geholt" zu haben.

Mein Bekannter fürchtet, dass dem Lieferanten aufgrund der knappen Preise bald "die Luft" ausgehe. Und das wiederum sei nicht nur ein Problem für ihn, sondern in hohem Maße unfair. Schließlich habe der Lieferant stets zuverlässig gearbeitet und sei "sein Geld wert".

Ich frage mich - genau wie mein Bekannter - wohin diese Preistreiberei - Krise hin, Krise her - führen soll?

Die Bahn. Und es geht doch

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Das Highlight des Tages war heute unschwer auszumachen; obwohl es davon durchaus ein gerüttelt Maß gab. Dennoch fällt es mir heute leicht mich festzulegen: Es war die Bahnfahrt heute früh von Köln nach Stuttgart. Ohne Verspätung, ohne Ärgernisse, ohne Überfüllung des Zugs. Schade eigentlich, dass dieses "postmehdornsche Vergnügen" dann nur 2 Stunden 14 Minuten dauerte.

Echt wahr...

Doc Morris. Das was der Europäische Gerichtshof heute in Brüssel entschieden hat ist mehr als fragwürdig. Den cleveren Machern von Doc Morris wurde das Filialgeschäft untersagt.

Fragwürdig ist dieses Urteil, weil die Begründungen nicht wirklich schlüssig sind:

  • EuGH-Generalanwalt Yves Bot machte in seinem Plädoyer deutlich, dass er "die einschränkenden Regelungen im deutschen Apothekenmarkt wegen des besonderen Charakters von Arzneimitteln für vereinbar mit dem EU-Recht" hält. Das ist eine einzigartige Ausnahme. Wie oft musste sich deutsches Recht europäischem unterordnen?
  • Die Apothekerverbände begrüßten das Urteil erwartungsgemäß. Immerhin wurden ihre Interessen geschützt: Arzneien dürften nur mit der Beratung eines Apothekers verkauft werden. Was aber machen die klassischen Arznei-Versender, die im Internet ungehindert ihre Ware anbieten dürfen?  
  • Auch die Markenhersteller der Medikamente sind beruhigt, weil "eine erhebliche Machtkonzentration auf der Distributionsebene verhindert wird". Dafür besteht auf der anderen Seite seit Jahrzehnten eine Machtkonzentration auf der Herstellerseite...

Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen bezeichnete das Urteil dann auch als "verpasste Chance für mehr Wettbewerb in der Arzneimittelversorgung". So kann man das sehen. Ich persönlich wundere mich über so viel und offen vorgetragenen Lobbyismus. Übrigens immer noch völlig straffrei...

Einmal ausgegeben

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"Eine der wichtigsten Regeln, die in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zum Treffen von Entscheidungen gelehrt wird, wird immer noch weitestgehend falsch ausgelegt. Liegen zwei Optionen vor, sollte der Entscheidung immer zugrunde gelegt werden, was sie in der Zukunft bewirken wird. Die Investitionen, die in der Vergangenheit gemacht wurden sind für die Zukunft nicht relevant! Einmal gemacht sind sie für immer verloren." Das jedenfalls sagt Seth Godin - den ich hier herzlich gerne immer wieder zitiere -  in einem kürzlich veröffentlichten Blog.

Beispiel: In der Vergangenheit wurden zwei Grundstücke gekauft. Das eine kostete 1.000.000 $, das andere 10.000 $. Auf welchem dieser Grundstücke sollte man eine Tankstelle bauen? Auf dem Grundstück, dass neben der neuen Großbaustelle liegt, oder auf dem, neben dem Einkaufszentrum, das geplant war, aber dann doch verworfen wurde? Es spielt keine Rolle, was es gekostet hat. Die Frage ist, was es bringen wird!

Schöner und noch eingängiger ist das Beispiel mit den Konzert-Karten für das Bruce Springsteen-Konzert. Ein echter Aha-Effekt und ein Lacher obendrein.

Nachlesen!

DSL-Ausfall

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DSL-Ausfall... Wieder einmal. Also die Hotline anrufen. Das klappt eigentlich immer ganz zuverlässig.

Nach wenigen Minuten habe ich bereits eine von den freundlichen Mitarbeiterinnen meines Providers am Telefon. Was dann folgt ist bekannt:

Minutenlanges Abfragen von Details: Leitungskapazität, ATM-Datenrate, Nutz-Datenrate, Latenzpfad, Latenz, Frame Coding Rate, FEC Coding Rate, Trellis Coding Rate, Aushandlung, Signal/Rauschtoleranz, Leitungsdämpfung. Alle Werte stehen natürlich auf "0".

Nicht erst beim Wert für Leitungsdämpfung wurde ich hellhörig. Warum sie das alles wissen wolle, fragte ich die freundliche Stimme am Telefon. Dies sei für die Fehlereingrenzung notwendig erwiederte sie. Oder eher dafür, dass das Gespräch kostenpflichtig möglichst lange dauere fragte ich? Sie verneinte und bat mich um eine weitere Angabe: Wo denn der DSL-Anschluss sei? Im Schlafzimmer, Wohnzimmer oder auf dem Flur?

Also doch, dachte ich und hatte dem nichts mehr hinzu zu fügen...

Ich wollte - seit Deutschland die EU-Richtlinie zur Freigabe von Verpackungsgrößen umsetzte - darüber in meinem Blog schreiben. Jetzt hat es der Werbeblogger in seinem heutigen Eintrag besser gemacht, als ich es hätte machen können.

Tatsache ist, dass Unternehmen die Verpackungsgrößen nun leichter ändern können, die Regularien für die Kennzeichnung sind schlicht "lascher". Dagegen kann man wenig einwenden; letztlich ist es eine EU-Verordnung, die umgesetzt werden muss.

Stark dagegen ist, dass Unternehmen nachweislich mehr Umsatz machen mit Verpackungen, die z.B. 15 % weniger Inhalt haben, aber nur 5 % weniger kosten. Sie begründen den (un-)erwarteten Erfolg damit, dass die Verpackung "verbrauchergerechter" sei und damit besser akzeptiert werde.

Wenn es also gelingt weniger Ware für einen relativ höheren Preis zu verkaufen, dann sollten wir Marketeers genauer auf dieses neue "Erfolgmodell" schauen...

Ja, das war sie dann wohl, die so genannte "selbsterfüllende Prophezeihung": Der letzte Blog-Eintrag verwies auf deutliche Schwächen bei der Fluggesellschaft Sky. Und die haben wir dann auch gesehen und erfahren.

 

Sky wirbt mit dem Slogan "Smile in the Sky". Aber dieses Lächeln kann nur ein Lächeln des Unverständnisses sein. Unverständnis in Bezug auf

  • die Unfreundlichkeit des Personals - sowohl am Boden als auch in der Luft (nein, eine zweite Fanta konnten die Kinder nicht bekommen),
  • den Zustand der für unsere Flüge eingesetzten Maschinen - auf dem Hinflug war das Flugzeug derart betagt, dass man unweigerlich nach ausgebesserten Einschusslöchern aus dem zweiten Weltkrieg suchte, auf dem Rückflug schien die Klimaanlage aus Kosten- oder Funktionsgründen ausgeschaltet zu sein,
  • den mörderisch engen Sitzstand in der Kabine, der selbst mir mit meinen überaus durchschnittlichen 180 cm Körpergröße Probleme bereitete - ich fühlte mich nach dreieinhalb Stunden Flug wie nach einem West-Ost-Transatlantikflug,
  • die Selbstdarstellung der Airline in Hochglanzbroschüren in den Sitztaschen, die mehr als anbiedernd den Generaldirektor Tahir Görgülü wie einen Monarchen darstellt.

Alles in allem ein Erlebnis der besonderen Art, an das wir uns sicherlich auch längerfristig erinnern werden. Leider - und wie so oft - bleibt dann nur der schlechte Eindruck bestehen. Und es bleibt die Frage, wie sich eine Airline, deren Leistung absolut durch die anderer Airlines jederzeit ersetzen lässt, so wenig für ihr Image tut? Die Hochglanzbroschüre allein kann das nicht richten, Herr Görgülü.

Bei Frühstücken heute morgen wusste ich nicht, ob ich zuerst weinen oder lachen sollte:

Weinen hätte ich können, weil heute mit Aabar Investments nach Katar wieder eine saudische Organisation bei Daimler eingestiegen ist. Gut für den Cashflow, aber was wird denn langfristig aus der deutschen Traditionsmarke?

Lachen hätte ich können, weil Daimler die so erhaltene Liquidität in die Forschung stecken wird, um Elektroantriebe zu entwickeln. Und das mit Öl-Dollars...

Aber noch witziger fand ich es, dass bis Mittags keiner unserer fixen und hochgelobten Journalisten auf diese Diskrepanz hingewiesen hat!

Was wieder einmal bleibt ist der fade Beigeschmack, den unsere Jounallie sich letztlich hart erarbeitet hat: Schnell, schnell was geschrieben und gesendet. Nachdenken kann man immer noch später. Wenn überhaupt... Zeilengeld, olé!

Was wir nicht brauchen

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Was wir nicht brauchen: Geschäftsideen wider der guten Sitten. Z.B. so wie es Ryan Air kürzlich vorgemacht hat. Um die Preise für den Flug senken zu können, will man künftig Gebühren für die Toilettenbenutzung erheben. Ein Pfund soll der Besuch des stillen Örtchens künftig kosten, wenn es gelingt, eine entsprechende Vorrichtung zum Geldeinwurf an der Toilettentür anzubringen.

Bleibt zu hoffen, dass jeder dann auch das nötige Kleingeld passend hat, und das bitte schön in Pfund-Sterling. Vielleicht haben wir ja bald kleine Wechselschalter in Ryan Air-Flugzeugen...

Was wir brauchen

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Die CEBIT dauert noch bis zum 8. März. 4.300 Aussteller hoffen in diesen Tagen auf untrügerische Zeichen auf eine Trendwende der Krise. Und wenn man einen Blick auf die Pressemitteilungen zu den Neuheiten und Trends der Aussteller riskiert, stellt man fest, dass es neben vielen "Nice-to-haves" auch handfeste Highlights gibt, die unser Leben in der Zukunft verändern werden und die Hoffnung auf "bessere Zeiten" machen: Bewohner von Ballungsgebieten werden sich z.B. auf das bargeldlose Parken freuen , die Damen vielleicht eher auf das elektronische Bad. Viele andere gute - aber auch ein paar skurile - Ideen warten auf Interessenten. 

Klar ist, dass all' diese Produkte solvente Käufer benötigen. Aber klar ist auch, dass die Innovationskraft der ausstellenden Firmen durchaus ermutigend ist. Auch, was die Bewältigung der viel beschriebenen Krise angeht.

Auf geht's!

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