Ich bin sicher, Ihr kennt das: In dem Moment, in dem Ihr Euch in Euer Auto setzt ist das Wetter meist noch OK. Aber wenn Ihr dann an Eurem Ziel ankommt, beginnt es wie verrückt zu regnen oder zu schneien - je nach Jahreszeit.
Mein Verdacht ist dieser: Mit dem Start der Fahrt setzt sich ein geheimer Prozess in Gang, der die Wetterentwicklung in Abhängigkeit zur Entfernung bzw. Erreichung des Ziels beeinflusst und sicherstellt, dass es katastrophal umschlägt, sobald man ebendort ankommt. Es kann nur so sein.
Seit heute bin ich absolut sicher, dass es nur so sein kann, denn es passierte wieder genau wie immer: Es begann zu schütten und zu stürmen, als ich zu Hause ankommen hätte sollen. Allerdings hatte ich einen zunächst ungeplanten Zwischenstopp eingelegt und damit den Katastrophen-Zeitplan durcheinander gebracht: Daheim angekommen konnte ich trockenen Fußes das Auto verlassen.
Mein Tipp: Ausprobieren!
"Damit befinden wir uns innerhalb Igel", sagte mir heute mein urologischer Beistand und ich hatte das Gefühl, dass dabei ein Lächeln seine Mundwinkel umspielte. 'Igel', oder besser 'IGeL' ist die unter Ärzten gebräuchliche Abkürzung für "Individuelle Gesundheitsleistungen". Das sind in erster Linie Untersuchungen, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nicht mehr bezahlen und folgerichtig vom (gesundheitsbewußten) Patienten selbst beglichen werden müssen.
Dieser Umstand führt zu der grotesk anmutenden Situation, dass der Arzt dann die unvermeindliche Frage stellt "was hätten Sie denn gern?" Und plötzlich komme ich mir vor, wie beim Metzger, dessen Frau diese Frage auch immer stellt. Mit Furcht erwarte ich dann noch die Erörterung, ob es denn ein wenig mehr sein dürfe, und ich mag mich gar nicht weiter diesen Gedanken hingeben.
Die hier geschilderte Situation mutet an wie eine Krankenhaus-Soap ist aber real existierende Vorsorge und ich bin der Hauptdarsteller: Ich lege hier den Umfang der Untersuchungen (und den damit verbundenen Zuzahlungen) fest, ohne zu wissen, was notwendig ist und was nicht.
Nein, ganz so war es nicht. Natürlich hat er mich beraten und hat seine ärztlichen Empfehlungen ausgesprochen, die ich gerne angenommen habe. Und dennoch habe ich einen Interessenkonflikt bei ihm ausmachen können, der mich irritiert hat: Vom Gesundheitsmeinungsführer zum Powerseller. Heute mehr denn je ein Ritte auf dem Skalpell.
Autsch, übrigens...
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