"Leben erleben, mit dir, den anderen, und mir"

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Veröffentlicht: 15 Jahren her

Zurück zur Arbeit

Wie immer – und nicht nur wenn ich reise – achte ich auf Werbung, die außergewöhnlich ist. Ich suche nicht gerade danach, aber ich – sagen wir mal – achte verstärkt darauf. Das Ganze ist sicher auch ein wenig berufsbedingt und daher sind meine Antennen immer auf Empfang.

Heute früh fiel mir ein kleiner Supermarkt in der Nähe des Hotels auf. Er ist so klein – und auch ein wenig herunter gekommen – dass er zwischen den gigantischen Hotels und Casinos auffallen MUSS.

Der Supermarkt selbst ist noch nichts Besonderes, bestenfalls seine Lage und – wie beschrieben – seine Erscheinung im Allgemeinen. Besonders ist die große Reklame, die sich über das ganze Gebäude zieht: „We have 22 years left on our lease“ heißt es da und dokumentiert, wie sich der kleine Markt gegen die Verdrängung durch die Spielpaläste wehrt. Und dann steht klein daneben: „We are here to serve you.“ Das ist doch mal ein Angebot. Und wer mal in den Markt reinschaut wird feststellen, dass man das durchaus wörtlich nehmen kann. Es geht familiär zu. Richtig nett, bei superkleinen Preisen.

Ein anderes Werbebanner  fiel mir am Las Vegas Boulevard, dem sogenannten „Strip“ auf, allerdings weit im Süden, wo er zwar schon „Las Vegas Boulevard“ heißt, aber noch lange nicht der „Strip“ ist.

Dieses Schild wirbt für das erst letztes Jahr hier eröffnete Hofbräuhaus – übringens durch die Eigentümer des Münchener Hofbräuhauses, wie mir die Taxifahrerin erläuterte. Auch das ist nichts Besonderes, wäre da nicht eine Headline, die mir wirklich Spaß macht. Da heißt es „German engineered taste“, schwer zu übersetzen, in etwa „Deutsch-konstruierter Geschmack“. Als ob man Geschmack „konstruieren“ kann. Aber die Formel „German engineered“ ist hier ein Qualitätssiegel wie es bei uns das „Made in Germany“ ist. Schön auch, wie der Schaum vor lauter Schwung aus dem Glas zu schwappen droht.

Ich weiß nicht, ob Amerika die Werbung erfunden hat. Wundern würde es mich nicht. Klar ist aber, dass Amerika schon lange die offensivere, gerade Ansprache an die Zielgruppe praktiziert. Und offenbar funktioniert das, auch wenn ich wiederum eher zur internationalen Zielgruppe gehöre. Prost;-)

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