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Veröffentlicht: 14 Jahren her

Immer wieder die gleichen Fehler

Wie oft passiert es einem durchschnittlichen Menschen, dass er einen Fehler mehrfach macht? Bislang bin ich davon ausgegangen, dass dies nicht allzu häufig geschieht. Gestern Abend habe ich mich selbst überrascht als mir klar wurde, dass ich wiederholt ein und den selben Fehler begangen habe. Und leider nicht zum ersten Mal…

Gestern Abend waren wir in der Lanxess-Arena (ehemals KölnArena) um das Abschiedskonzert von Simply Red zu sehen. Hochgelobt in der vorausgegangenen Veranstaltungen waren unsere Erwartungen hoch.

Vor Ort angekommen bestätigte sich „peu à peu“ der eingangs erwähnte Sachverhalt: Konfrontiert mit astronomisch anmutenden Preisen für Merchandising – meine Liebste hätte so gerne ein T-Shirt gehabt -, für den mittlerweise obligatorischen Mitschnitt des Konzerts auf einem Stick und für Getränke und Speisen sowieso – Sekt 0,1 – 3,90 Euro. 

Mit dem Nötigsten ausgestattet – einem Bier, einer stillen Cola, einem Wasser und einer Bratwurst – das Ganze mit einem 20 Euro-Schein bezahlt erbringt übrigens nahzu kein Wechselgeld – sind wir zu unseren Sitzplätzen gegangen.

Als wir uns setzten rief das unwirkürlich Erinnerung hervor, dass die Sitze in der Lanxess-Arena in Verbindung mit einer Pause von 15 Minuten bestenfalls für 60 Minuten „Sitzen“ geeignet sind. Nicht aber für Vorgruppe und Hauptakt. Habe ich alles schon durchlitten, aber irgendwie verdrängt.

Problem Nummer drei ließ nicht lange auf sich warten: Mit dem unsäglichen „Willi K.“ – einem hawaiianischen Alleinunterhalter als „Vorgruppe“ wurden mir die scheinbar unlösbaren Akkustik-Probleme der Arena wieder bewusst. Leider sollte sich dieser Mangel durch das Hauptkonzert fortsetzen. Auch das hatte ich bereits durchlitten…

Probleme Nummer vier, fünf und sechs kamen untrennbar im Verbund: Eine müde wirkende Band, ein schlecht aufgelegter Front-Mann („Good evening Hamburg!“) und ein phänomenal unmusikalisches Publikum. Die Band spielt ordentlich aber außerordentlich routiniert und wenig motiviert und verhaspelte sich dennoch. Sänger Mick Hucknal tat es ihnen nach. Kommt dazu dann noch ein Publikum, das sich selbst bei den jüngeren (Marsch-) Nummern der Band schwer tat im Takt zu Klatschen, Hüpfen oder zu Wippen, dann stellt sich kein Genuss mehr ein.

Alles in allem muss ich mir allerdings selbst die Schuld geben:

  • Für Konzerte ist die Lanxess-Arena nicht geeignet – weder akkustisch noch von den Sitzgelegenheiten her.
  • Bands wie Simply Red haben ihren Zenit längst überschritten, zehren von einem treuen, unmusikalischem mittlerweile gutsituiertem Publikum, dass sie geflissentlich ausweiden.

Aber ich bin mir fast sicher es wieder zu tun. Alleine wegen des Gesamterlebnisses der Kategorie „das glaubt Dir zu Hause niemand“. Und mein Sitznachbar – da bin ich mir im Nachhinein sicher – litt nicht unter spastischen 4/4-Anfällen, sondern war Banker. Jedenfalls schaute er in seinem Nappablouson so aus, bewegte sich unsicher auf schwankendem Parkett und war überwältigend taktlos. Irrtum ausgeschlossen!

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