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Veröffentlicht: 13 Jahren her

Von Schnauze und Stolz

Zum Abschluss unserer Reise eine kurze Zusammenfassung dessen, was uns an Berlin aufgefallen ist:

Die Berliner Schnauze lebt. Man begegnet ihr jedoch seltener. Früher, will sagen vor dem Mauerfall, wurde man in jedem Restaurant, in jedem Taxi und an jeder Ecke in der den Berlinern so typischen Art angebellt. Das ist heute nicht mehr so. Die Dialekte haben sich verändert: Es wird gesächselt, man spricht mit hartem norddeutschen Einschlag, genauso wie mit hartem ostischen „R“ und südöstlichem Einschlag. Es liegt nahe anzunehmen, dass die Stadt durch den Verlust der „Inselstellung“, die Berlin seinerzeit hatte, für Auswärtige an Attraktivität zugenommen hat. Die von uns wahrgenommene Identität hat darunter gelitten.

Dessen ungeachtet scheint Berlin nach wie vor stolz auf sich zu sein. Die Geschichte der Stadt ist ohnehin allgegenwärtig. Und doch zeigen ungezählte Abbildungen in Hotels, Gaststätten, öffentlichen Gebäuden und Räumen Bilder der nach dem Weltkrieg zerstörten Stadt. Man will das Erlebte und das Geschehen nicht in Vergessenheit geraten lassen. Und man ist stolz auf das Erreichte.

Das Berlin, das wir in den 80er Jahren wahrgenommen haben existiert heute nur noch in Kreuzberg. Hier gibt es nach wie vor Kultur und Subkultur, Berliner Eingeborene und Zugezogene, Vermögende und Arme, die Lauten, Extrovertierten und die Leisen, die man fast nicht bemerkt, alle dicht beieinander und miteinander. Es ist Schmelztiegel, wie es früher ganz Berlin war. Dort in Kreuzberg haben wir das Berlin-Gefühl dann doch noch einmal gehabt.

Zum ersten Blogeintrag schließt sich der Kreis: Berlin ist immer wieder eine Reise wert, auch und insbesondere weil sich diese Stadt weiter verändert, und das mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit. Und doch bleibt es immer „Berlin“.

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