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Veröffentlicht: 10 Jahren her

Bügel gegen Getränketräger

Mir war klar, dass ich etwas Dummes gemacht haben musste, als ich statt mit dem Bügel, den ich zurück in den Schrank hängen wollte, mit einem leeren Getränketräger im Schlafzimmer stand. Mein erster Gedanke, dass ich den Bügel irgendwo beim Getränkevorrat geparkt haben könnte, erwies sich als nicht zutreffend. Um ehrlich zu sein, ich habe ihn bis jetzt nicht gefunden. Keine Ahnung, was ich damit gemacht habe.

Es ist wahrscheinlich noch nicht einmal eine ausgeprägte Vergesslichkeit, die mich Dinge machen lässt, die weder Sinn haben noch im entferntesten so, wie sie dann schließlich ausgeführt wurden, geplant waren. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass es ein Zeichen besonderer Intelligenz und Hirnaktivität sein muss, wenn alte Gedanken stets von neuen verdrängt werden: Es kommt so vieles so schnell nach, dass sich ebenso vieles nicht im Schädel halten kann.

Gut, das mit der Kapazität des Speichers – das könnte heute etwas anders gelagert sein, als vor 20 Jahren. Ich glaube allerdings auch, dass man sich früher eine Menge Dinge gemerkt hat, von denen man glaubte, dass sie wichtig sein könnten. Zum Beispiel für die Karriere, für das nette Mädchen von nebenan oder den Weltfrieden. Heute sind wir in der Lage „wichtig“ von „unwichtig“ zu unterscheiden. Folgerichtig speichern wir nur noch, was von Bedeutung ist. Aufbewahrungsorte von Bügeln gehören augenscheinlich nicht dazu. Dass ich heute den Getränketräger dem Bügel bevorzugt habe ist jedoch eher Zufall.

Ich werde wohl mit diesem zunehmend selektiven Denken auskommen müssen. Und ich muss den Bügel noch wieder finden. Gut dass er weder für meine Karriere, noch für den Weltfrieden wichtig ist…

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