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Veröffentlicht: 10 Jahren her

Urlaubszeit

Vom Suchen und Buchen

Was ich noch erzählt haben wollte:

Winterzeit ist Urlaubszeit, jedenfalls Urlaubsplanungszeit. Im Radio werben die Reiseanbieter mit Super-Frühbucher-Rabatten und in den Unternehmen drängen sich die Mitarbeiter um die Urlaubsplaner. Das ist bei uns daheim nicht anders.

In den vergangenen Wochen wurden bei uns Dutzende iPad-Akkuladungen damit verbrannt, nach dem perfekten Urlaub für diesen Sommer zu suchen. Oder besser: Ihn zu finden. Mir wurden Abend für Abend von meiner zertifizierten Urlaubsplanungsstelle vom Sofa gegenüber die Ausstattungsdetails sämtlicher am Mittelmeer gelegenen Hotels vorgebetet; immer mit der für mich zwingenden Notwendigkeit das jeweilige Haus zu bewerten.

Unschwer zu erraten, dass mir nach je drei Hotels alle anderen ungefähr so vorkamen, wie die erste oder die zweite Herberge. Oder vielleicht wie die Dritte. Ich konnte sie beim besten Willen nicht auseinander halten. Und so saß ich während der gut dreiwöchigen, allabendlichen Suchaktion meiner nicht versiegenden Informationsquelle gegenüber und sagte streng abwechselnd „klingt gut“ oder „auch nicht schlecht“, nur um gelegentlich durch ein aufmerksam wirkendes „Aha?“ zu unterbrechen.

Den Tag, an dem meine Reisewirtin vermeldete, sie habe die Reise nun gebucht, werde ich nicht vergessen, denn von nun an kehrte Ruhe ein. Wir schauten wieder gemeinsam TV, sprachen miteinander oder wir schliefen einfach friedlich auf unseren Sofas ein, während wir beides machten; ohne „großzügige Lobbybar“, ohne „Themenrestaurants“ und ohne „hauseigenen Strand“. Bis die Schwägerin meiner Globetrotterin sich hilfesuchend an sie wandte und um Hilfe bat – bei der Urlaubssuche…

Es folgten weitere, bittere Tage des Suchens, Abwägens, Vergleichens, während derer ich immer dann einschätzend herhalten musste, wenn die Urlaubssuchende selbst nicht verfügbar war. Es war furchtbar.

Männer machen das übrigens anders: Den Frühjahrsskiurlaub durfte ich buchen. Es hat mich einen Anruf und eine Mail gekostet, da waren 7 Tage in den Bergen gecheckt. Gut, dass wir schon einmal in diesem Haus waren, hat die Sache vielleicht vereinfacht.

Merke aber dennoch: Die Urlaubssuche und das Buchen sollten keinesfalls länger dauern, als der Urlaub selbst. Das wäre sonst widersinnig.

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